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Keystone-SDA | Donnerstag, 26. März 2026

Ausserrhoder Landwirtschaftsbetriebe geraten wegen PFAS unter Druck

In beiden Appenzeller Kantonen ist Milch auf PFAS-Rückstände getestet worden. Bei 58 Betrieben in Ausserrhoden und bei 22 in Innerrhoden zeigten die Messungen Werte, die über einem EU-Grenzwert liegen. In der Schweiz ist er bisher nicht verbindlich.

Die Tests waren für die Bauernhöfe freiwillig und kostenlos. Die Aktion startete in Appenzell Ausserrhoden im September 2025. Bis März nahmen 169 Betriebe teil. Analysiert wurde vor allem Milch, aber auch Tränkewasser.

Am Donnerstag gab der Kanton das Ergebnis bekannt: Bei 58 der 169 getesteten Betriebe wurden in der Milch Rückstände der "Ewigkeitschemikalie" PFAS entdeckt, die über dem Wert von 0,02 Mikrogramm pro Kilogramm liegen. Bei neun Betrieben ohne Milchproduktion wies das Tränkewasser erhöhte Werte auf.

Die 0,02 Mikrogramm gelten in der EU als Grenzwert. Verbindliche Höchstwerte für Milch und Tränkewasser bestünden derzeit in der Schweiz nicht, heisst es in der Mitteilung des Ausserrhoder Departements Gesundheit und Soziales.

Dies könnte sich aber bald ändern. Der Ausserrhoder Regierungsrat Yves Noël Balmer (SP) schätzt, dass die Schweiz den EU-Grenzwert 2027 oder 2028 übernehmen könnte, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Für die Landwirte gelte es deshalb, die Zeit zu nutzen, um die PFAS-Werte möglichst zu senken.

Klärschlamm als Ursache

Die Ergebnisse der Analysen zeigen, dass vor allem "in den Fokusgebieten" im Vorder- und Mittelland höhere PFAS-Werte gemessen werden. Im Hinterland war dies nur vereinzelt der Fall. Es gehe um "lokal begrenzte Belastungen". Als Ursache wird das Austragen von Klärschlamm genannt, der in den 1980er Jahren als Dünger eingesetzt wurde.

Die Situation sei aber je nach Betrieb sehr unterschiedlich, erklärte Balmer. Bei der grossen Mehrheit wurden eher kleine Überschreitungen des Grenzwerts festgestellt. Es gebe aber auch Fälle, bei denen der Wert um das Fünffache überschritten wurde.

Je nach Ergebnis der Untersuchung stehen die Landwirte vor grossen Herausforderungen. Es gebe einen Betrieb, bei dem nur eine Quelle das Problem sei. Dies könne relativ einfach gelöst werden, schildert der Regierungsrat. Bei einem anderen Hof seien alle Hektar Land kontaminiert. Dieser Betrieb stehe vor einer schwierigen Zukunft.

Alle Landwirte, die an den Tests teilnahmen, wurden bereits über die Ergebnisse informiert. Der Kanton stellt ihnen auf Anfrage eine fachliche Begleitung zur Verfügung. Dafür werde ein Angebot aufgebaut, um die Betriebe bei der Selbstkontrolle und bei geeigneten Anpassungsmassnahmen unterstützen zu können.

Sonderkredit im Kanton St. Gallen

Im Kanton St. Gallen wurde nach der Entdeckung von kontaminierten Landwirtschaftsflächen in der Gegend rund um Eggersriet ein Sonderkredit für Härtefälle eingerichtet. Auch dort gilt Klärschlamm auf den Feldern als Hauptgrund für die Probleme.

Im Dezember 2024 bewilligte der St. Galler Kantonsrat einen Sonderkredit von 5 Millionen Franken. Damit sollen Landwirte unterstützt werden, wenn sie Futter zukaufen oder die Wasserversorgung umstellen müssen. Vorgesehen sind auch Härtefallgelder für Höfe, die wegen PFAS nicht mehr betrieben werden können.

In Ausserrhoden ist bisher vor allem die Finanzierung der Tests und die Beratung gesichert. Ob es Unterstützungsgelder für Betriebe gibt, die wegen der PFAS-Belastung aufgeben müssen, ist noch offen. Diese Möglichkeit werde geprüft, so Balmer.

22 Innerrhoder Betriebe betroffen

Am Donnerstag kommunizierte auch Appenzell Innerrhoden das Ergebnis der freiwilligen Tests. In 22 von 91 getesteten Landwirtschaftsbetrieben lag die Messung über dem EU-Grenzwert.

Diesen Betrieben empfiehlt der Kanton, vertiefte Abklärungen in Angriff zu nehmen. Dazu gehören Untersuchungen des Futters, des Tränkewassers und des Bodens.

Sobald die Herkunft der Chemikalien klar sei, könnten gezielt Massnahmen getroffen werden, heisst es in der Mitteilung. Fachleute aus der kantonalen Verwaltung begleiten nach Wunsch die Landwirtschaftsbetriebe bei der Ursachenfindung und bei der Entwicklung von Lösungen.

In beiden Kantonen wird betont, dass die Thematik PFAS die gesamte Schweiz langfristig beschäftigen werde. Es brauche deshalb gesamtschweizerische Lösungen.

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