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Keystone-SDA | Mittwoch, 20. Mai 2026

Bader sieht Schweiz klar in der Favoritenrolle

Die Schweiz trifft am Mittwoch an der Heim-WM auf Österreich, einen Gegner, der nach drei Partien ebenfalls das Punktmaximum ausweist. Dennoch ist laut Trainer Roger Bader der Gastgeber der Favorit.

Roger Bader ist Schweizer und wohnt in Kloten, nur fünf Autominuten entfernt vom Hotel, in dem er mit seinem Team während der WM untergebracht ist. Vor einem Jahr führte er die Österreicher erstmals seit 1994 an einer WM in die Viertelfinals, nun könnte ihm dies erneut gelingen. Nach den Siegen gegen Grossbritannien (5:2) und Ungarn (4:2) gewann die ÖEHV-Auswahl am Dienstag mit 3:1 auch gegen Lettland, einem direkten Konkurrenten im Kampf um die K.o.-Runde.

Bader lobte seine Mannschaft danach in höchsten Tönen: "Ganz ehrlich, wir brauchen gar nicht zu coachen, weil sich das Team mit und ohne Puck zu 100 Prozent an das Spielkonzept hält. Die kämpferische Leistung war einfach irrsinnig toll. Ich habe Gänsehaut, wenn ich das von der Bande aus sehe."

Die Nummer 1 bei der Effizienz

Besonders auffallend ist die Kaltblütigkeit der Österreicher an diesem Turnier. Gegen die Letten benötigten sie für den Erfolg bloss 14 Torschüsse. Über alle drei Partien gesehen beträgt die Effizienz 17,39 Prozent - das ist aktuell der beste Wert aller 16 Teams. "Was wir bis jetzt an dieser WM gezeigt haben, ist Geduld. Das nächste Ziel ist nun natürlich der vierte Sieg, und dann sind wir im Viertelfinal."

Das Duell gegen die Schweiz ist nun also sozusagen ein Topspiel, oder? "Ja, ja, wissen Sie, auf der anderen Seite stehen sechs NHL-Spieler, bei uns ist keiner von unseren zwei dabei. Dann bestreiten wir die vierte Partie in fünf Tagen - als einziges Team an diesem Turnier. Die Spieler sind müde nach der heutigen Partie. Also ich glaube, die Favoritenrolle ist schon geklärt für morgen. Die Schweiz ist sicher einer der absoluten Topfavoriten auf den Titel. Aber natürlich wollen wir uns nicht auf die Schlachtbank führen lassen wie die Deutschen, sondern schon versuchen, dagegenzuhalten."

Rohrer geniesst Heimspiel trotz Strapazen

Zum Sieg gegen Lettland trug ZSC-Stürmer Vinzenz Rohrer ein Tor und einen Assist bei. Was macht die Mannschaft so stark? "Es sind viele Puzzleteile, die zusammenkommen. Jeder macht seinen Job, die Goalies spielen super. Wir sind über die Jahre gewachsen. Die letzten Weltmeisterschaften waren schon überzeugend, da holt man viel Selbstvertrauen - genauso wie die Schweiz."

In seinem Heimstadion zu spielen, ist für Rohrer natürlich etwas Besonderes, da er gefühlt jeden kennt. Jedenfalls war für den 21-jährigen Vorarlberger klar, dass er die WM spielt, wenn es möglich ist - er wäre auch während des Turniers zum Team gestossen. Und dies, obwohl er eine strapaziöse Saison hinter sich hat.

Zuerst versuchte er, sich bei den Montreal Canadiens einen Platz zu ergattern, ehe er Ende September zu den ZSC Lions zurückkehrte. Nachdem die Zürcher im Playoff-Halbfinal ausgeschieden waren, schloss sich Rohrer Montreals Farmteam Laval Rocket an, das letzte Spiel in der AHL bestritt er am 9. Mai. Wie voll ist der Tank also noch? "Ich bin sicher ziemlich am Limit, aber ich probiere einfach mein Bestes." Unabhängig davon ist die Schweiz gewarnt vor dem erstaunlichen Nachbarn.

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