/fileadmin/images/sarganserlaenderlogo.png
Alle Neuigkeiten auf einen Blick.
E-Paper

E-Paper

Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.

Zeitungsarchiv

Zeitungsarchiv

Alle Ausgaben seit dem Jahr 2003.

Abo

Abo

Sarganserländer von Montag bis Freitag online oder in Print lesen.

Grossauflage

Grossauflage

Lesen Sie hier die aktuelle Grossauflage kostenlos

Inserieren

Inserieren

Ihre Werbung am richtigen Ort.

Immobilien

Immobilien

Die Immobilienbörse der Region

Unternehmen

Unternehmen

Die SL Druck + Medien AG

Traueranzeigen

Traueranzeigen

Todesanzeigen / Danksagungen aufgeben

Eventbus

Eventbus

Mit Brunner Ferienreisen AG und Sarganserländer ans Konzert

Rubriken

Region SDA
Keystone-SDA | Montag, 06. April 2026

Behörden finden bisher kein Mittel gegen Autoposer

Wie können die Autoposer mit den knallenden Auspuffen und hochtourig laufenden Motoren gestoppt werden? Der Bund hat alle möglichen Massnahmen evaluiert. Empfohlen werden nun Lärmdisplays. Nach Pilotversuchen wird deren Wirksamkeit bezweifelt.

Autoposer drehen ihre Runden in den meisten grösseren Ostschweizer Gemeinden. Besonders auffällig sind sie in den Sommermonaten beispielsweise in St. Gallen, Romanshorn, Rorschach oder Wil. Anwohnerinnen und Anwohner fordern regelmässig Massnahmen gegen die Lenker, die in zu niedrigen Gängen, mit hochdrehenden Motoren und knallenden Auspuffen Runde um Runde drehen.

Das Thema beschäftigt auch die Politik in Bern. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats hat in einer Motion Massnahmen zur wirksamen Reduktion übermässigen Lärms verlangt. Der Bundesrat liess daraufhin die Wirksamkeit von sogenannten "Lärmblitzern" im Detail untersuchen. Das Ergebnis ist ein 46-seitiger Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra).

Das Fazit: Nach der Abwägung aller Vor- und Nachteile erweise sich die Variante "Nudging" zur Sensibilisierung der Fahrzeuglenker als am besten geeignet. Nudging? Damit ist eine Methode der Verhaltensökonomie gemeint. Die Menschen sollen durch sanfte "Schubser" dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu ändern.

Ein Smiley auf dem Monitor

Konkret schlägt das Astra den Einsatz von Lärmdisplays vor. Das sind Tafeln mit Monitoren am Strassenrand, die einen Smiley zeigen, wenn die Geschwindigkeit bei Tempo 30 eingehalten wird. Alle anderen Massnahmen stünden "derzeit nicht in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis".

Was aber spricht gegen "Lärmblitzer" analog zu Radargeräten, die bei zu hohem Tempo das Auto fotografieren? Geschwindigkeitskontrollen seien einfach, heisst es im Bericht. Wenn die signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschritten werde, gebe es eine Busse. Hingegen fehle "ein allgemeiner Geräuschgrenzwert". Im Gesetz stehe nur, dass vermeidbarer Lärm verboten ist.

Ein hoher Lärmpegel beweise aber weder eine Manipulation am Auto noch falsches Verhalten. Werde ein "Lärmblitzer" ausgelöst, habe dies je nach den Umständen legale oder illegale Ursachen. Mit einem leisen Fahrzeug könne ein Lenker vermeidbaren Lärm verursachen, ohne geblitzt zu werden. Ein anderer Lenker mit einem legal lauteren Auto mache sich nicht strafbar und könne trotzdem geblitzt werden.

Kein Lärmmesser im Auto

Es gibt weitere Hürden. Im Gegensatz zur Fahrgeschwindigkeit, die am Tachometer angezeigt wird, könne der Lenker nicht selber feststellen, ob sein Wagen einen gesetzlich zulässigen Lärmpegel überschritten hat. In Autos gibt es keine Geräuschanzeige.

"Lärmblitzer" müssten technisch komplexe Aufgaben erfüllen. Sie sollen nicht nur den Schall messen, sondern auch noch eruieren können, welches Fahrzeug im Verkehr dafür verantwortlich ist. Dafür müsse die Lärmmessung mit einer Ortungsfunktion verknüpft werden. Durch die Verwendung von mehreren Mikrophonen könne mittels Triangulation der Ort der lautesten Geräuschquelle bestimmt werden, steht im Bericht.

Das Isolieren von zwei oder mehr ähnlich lauten Geräuschen, die zeitgleich aus derselben Richtung kommen, sei "technisch derzeit nicht möglich". Es ist auch nicht unterscheidbar, ob sich eine an einem Ort erkannte Lärmspitze aus mehreren Quellen zusammensetzt - oder nicht.

Fluglärm löst Anlage aus

Das Messresultat muss zudem nicht zwingend einen Bezug zum Strassenverkehr haben. Andere Ursachen wie Baustellen könnten ebenfalls einen Einfluss haben. Bei Tests mit Schallmessgeräten wurde ein Velofahrer mit 75,2 Dezibel geblitzt. Die Messanlage löste vermutlich wegen gleichzeitigem Fluglärm aus.

Geprüft und danach verworfen wurde eine Variante, bei der alle Autos, bei denen eine Überschreitung des Lärmgrenzwerts gemessen wird, zu einer Nachprüfung aufgeboten werden. Dabei soll nach "geräuschrelevanten Manipulationen oder Schäden" gesucht werden.

Zu den Nachteilen dieser Variante gehört Mehrarbeit für die im Kanton St. Gallen bereits jetzt überlasteten Strassenverkehrsämter. Die Erfolgschancen werden zudem als gering bemessen: Die Zeit zwischen Erfassung und Kontrolle könnte ausgenutzt werden, um allfällige Manipulationen zu vertuschen.

Am Schluss blieb nur noch eine Massnahme übrig - eben "Nudging" und damit ein Display, auf dem je nach Messung "bitte leiser fahren" oder ein Smiley zu sehen ist.

Wenig Wirkung in Pilottests

Der Erfolg dieser Methode wird bereits bezweifelt. Ein Versuch habe gezeigt, dass Lärmdisplays keine präventive Wirkung hätten, teilte die Stadt Zürich im letzten Dezember mit. Die Lenker liessen sich von einem Smiley-Symbol und dem tadelnden Schriftzug nicht davon abhalten, den Motor aufheulen zu lassen.

Stellt die St. Galler Kantonspolizei wegen der Schlussfolgerungen des Bundes bald Lärmdisplays auf? Vorläufig nicht. Der politische Prozess sei noch nicht abgeschlossen, erklärte Polizeisprecher Florian Schneider auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Zurück

Kommentare (0)

    Schreibe einen Kommentar
    ×

    Name ist erforderlich!

    Geben Sie einen gültigen Namen ein

    Gültige E-Mail ist erforderlich!

    Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

    Kommentar ist erforderlich!

    * Diese Felder sind erforderlich.