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St. Galler Kantonspolizei ist getunten Autos auf der Spur
Die St. Galler Kantonspolizei kann mit einer eigenen Anlage illegale Manipulationen an Autos aufdecken. Die Autoposer sind aber nicht die Zielgruppe des Leistungsprüfstands - auch wenn bei den Kontrollen der Lärm ein Thema sein kann.
Seit Ende Mai 2024 verfügt die St. Galler Kantonspolizei als einziges Schweizer Polizeikorps über einen Prüfstand, mit dem die Leistung von Motoren gemessen werden kann. Mit der Anlage ist es deshalb möglich, illegales Tuning von Autos aufzudecken.
Zum Einsatz kommt die Anlage etwa nach Fahrzeugkontrollen, bei denen eine ganze Reihe von Autos aus dem Verkehr herausgewunken und von den Expertinnen und Experten der Polizei begutachtet werden. Falls illegale Veränderungen vermutet werden, kann der Wagen sichergestellt und auf dem Leistungsprüfstand genauer untersucht werden.
Wie sind die Erfahrungen mit der Anlage und können damit auch Autoposer überführt werden? Die Fragen gehen an Florian Schneider, Sprecher der St. Galler Kantonspolizei.
Keystone-SDA: Wie oft wurde der Leistungsprüfstand bisher eingesetzt und konnten dabei Manipulationen aufgedeckt werden?
Florian Schneider: "Seit es die Anlage gibt, sind an 24 Fahrzeugen Messungen durchgeführt worden. Bei 19 Fahrzeugen entdeckten wir Manipulationen. Spitzenreiter war ein Fiat 500. Die Messungen wiesen eine Leistungssteigerung um knapp 80 Prozent nach. Das Auto wurde stillgelegt, der Besitzer angezeigt."
Wie lange dauert eine solche Kontrolle?
Schneider: "Eine eingehende technische Fahrzeugkontrolle inklusive der Durchführung einer Leistungsmessung dauert im Schnitt zwei Stunden. Man muss aber jeden Fall einzeln betrachten. Es kann durchaus sein, dass ein komplexes Tuning eines Fahrzeugs eine längere Überprüfungsdauer in Anspruch nimmt."
Ist der Leistungsprüfstand auch ein Mittel gegen Autoposer?
Schneider: "Mit dem Leistungsprüfstand sollen vor allem Manipulationen entdeckt werden, die die Sicherheit gefährden. Der Lärm ist bei den Kontrollen aber auch ein Thema. Vielfach wird eine Kombination zwischen Leistungssteigerung und Erhöhung der Emissionswerte festgestellt."
Gibt es beim Thema Lärm technische Tricks, die immer wieder vorkommen?
Schneider: "Für einen höheren Geräuschpegel können altmodische Anpassungen an Hardwarekomponenten wie etwa das Entfernen von Schalldämpfern oder der inneren Schalldämpferstruktur sorgen oder es werden Auspuffklappensysteme deaktiviert. Vermehrt sind auch Softwaremanipulationen festgestellt worden."
















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