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Keystone-SDA | Donnerstag, 30. April 2026

Belgien stoppt Rückbau aller Atomkraftwerke im Land

Die belgische Regierung hat Verhandlungen zur Übernahme aller Atomkraftwerke im Land begonnen und den Rückbau mit sofortiger Wirkung stoppen lassen.

Seine Regierung entscheide sich für eine sichere, erschwingliche und nachhaltige Energie mit weniger Abhängigkeit von fossilen Importen und mehr Kontrolle über die eigene Versorgung, teilte Ministerpräsident Bart De Wever auf der Plattform X mit.

Der Energiekonzern Engie gab zudem die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zu den exklusiven Verhandlungen mit dem belgischen Staat bekannt. Demnach geht es um die Übernahme der sieben Reaktoren, dem zugehörigen Personal, aller Atomtochtergesellschaften sowie sämtlicher damit verbundener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten – einschliesslich der Stilllegungs- und Abrisspflichten. Bis Oktober soll laut Mitteilung eine grundsätzliche Einigung erzielt sein.

Belgiens Atomkraft beschäftigt auch Nachbarland Deutschland

Das belgische Parlament hatte im Mai 2025 mit grosser Mehrheit für ein Ende des 2003 beschlossenen Atomausstiegs gestimmt. De Wevers Regierung plant darüber hinaus den Bau neuer Kernkraftwerke.

Im belgischen Nachbarland Deutschland sorgen die Atommeiler aus den 1970er und 80er Jahren immer wieder für Diskussionen. So wurden bei belgischen Reaktoren mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Unter anderem die Stadt Aachen im angrenzenden deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen und die deutsche Regierung forderten deswegen in der Vergangenheit wiederholt die Stilllegung. Das belgische Kraftwerk Tihange liegt etwa 60 Kilometer von Aachen entfernt.

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