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Bencic und Teichmann überzeugen am French Open weiter
Belinda Bencic zum ersten und Jil Teichmann zum zweiten Mal stehen im Achtelfinal des French Open in Paris. Zwei Schweizerinnen in der zweiten Turnierwoche - das gab es letztmals vor 20 Jahren.
Die Erfolge der beiden Schweizerinnen durften nicht unbedingt erwartet werden. Bei Bencic, weil bisher zweimal die 3. Runde ihre Bestergebnisse auf dem Sand von Paris waren, bei Teichmann, weil sie einen wahren Exploit brauchte.
In der 3. Runde bezwang Teichmann nämlich die Weltnummer 10 Karolina Muchova 6:1, 7:5. Nach einer längeren Auszeit nur noch die Nummer 170 der Welt, steht sie erst zum zweiten Mal überhaupt im Achtelfinal eines Grand-Slam-Turniers - nach Paris vor vier Jahren. Dort trifft sie am Sonntag auf die Weltranglisten-Achte Mirra Andrejewa aus Russland.
Teichmann hatte im letzten September die Notbremse gezogen und nach diversen physischen Problemen und schliesslich auch einer Art Burnout eine Auszeit vom Profitennis genommen. Im Januar begann die 28-jährige Linkshänderin wieder zu trainieren, im April kehrte sie nach gut einem halben Jahr auf die Tour zurück. In Rabat deutete sie letzte Woche mit der Halbfinal-Qualifikation an, dass die Form zurückkehrt, in Paris zeigt sich die Linkshänderin nun wieder in hervorragender Verfassung.
Gegen Muchova zeigte Teichmann einen nahezu perfekten ersten Satz. Im zweiten Durchgang lag sie nach einigen umstrittenen, aber verlorenen Games 1:5 im Rückstand, kehrte dann aber eindrücklich zurück. Sie reihte gegen die Top-Ten-Spielerin sechs Games aneinander und nutzte nach knapp zwei Stunden ihren ersten Matchball.
Pause gebraucht
Teichmann bezwang zum neunten Mal, aber zum ersten Mal seit drei Jahren, eine Top-Ten-Spielerin. Im letzten Duell mit der Tschechin Muchova hatte sie nur gerade zwei Games gewonnen. Nun tritt sie aber wieder ähnlich stark auf wie zu ihren besten Zeiten, als sie im Sommer 2022 die Nummer 21 der Welt war.
"Ich hatte bis da eine schöne Karriere und auch Glück mit dem Körper", so die in Barcelona geborene Wahl-Seeländerin. Danach hatte ich schwierige Momente, und begriffen, dass ich einen Schritt zurückmachen und mir etwas Zeit nehmen muss." Nun hat sie am Sonntag in ihrem ersten Duell mit Andrejewa die Chance, ein neues Grand-Slam-Bestresultat zu schaffen.
Auf den Spuren von Hingis und Schnyder
Die als Nummer 11 gesetzte Belinda Bencic wurde ihrer Favoritenrolle gegen Peyton Stearns (WTA 78) souverän gerecht. Die Olympiasiegerin von 2021 startete überzeugend und ging schnell 5:1 in Führung. Danach liess sie die Amerikanerin nie mehr richtig ins Spiel kommen. Bencic musste aufgrund umkämpfter Matches vor ihr lange auf ihren Einsatz warten, benötigte dann aber nur 83 Minuten für den 6:3, 6:3-Sieg.
Wie für Teichmann wird die Aufgabe nun auch für Bencic deutlich schwieriger. Am Sonntag trifft die 29-jährige Ostschweizerin auf die formstarke Ukrainerin Jelina Switolina, eine junge Mutter wie sie selber. Switolina ist die Nummer 7 der Welt und triumphierte vor knapp zwei Wochen beim hochdotierten Masters-1000-Turnier in Rom. Die letzten vier Duelle seit 2019 hat die Osteuropäerin gewonnen.
Letztmals standen 2006 zwei Schweizerinnen im Achtelfinal von Roland Garros. Damals verlor Patty Schnyder gegen Venus Williams, Martina Hingis kam noch eine Runde und weiter und unterlag im Viertelfinal Kim Clijsters.
Golubic scheitert an Top-15-Spielerin
Viktorija Golubic verpasste hingegen den Einzug in die Achtelfinals. Die Zürcherin verlor gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk (WTA 15) 4:6, 3:6. Die Schweizerin stand mit 33 Jahren und bei ihrer neunten Teilnahme zum ersten Mal in ihrer Karriere in der dritten Runde des French Open.


















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