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Wirtschaft
Keystone-SDA | Montag, 18. Mai 2026

Bossard-CEO: Zoll-Rückforderungen an USA lohnen sich kaum

Bossard spürt vom Krieg im Nahen Osten bislang nur indirekte Folgen. CEO Daniel Bossard zeigt sich trotz höherer Frachtkosten und anhaltender Unsicherheit zuversichtlich für ein Umsatzwachstum im ersten Halbjahr.

Der Verbindungstechnikspezialist Bossard merkt noch kaum direkte durch den Krieg im Nahen Osten. Was er indes spürt, ist die steigende Inflation, insbesondere bei den Frachtkosten. Für ein Umsatzplus im ersten Halbjahr zeigt sich CEO Daniel Bossard zuversichtlich.

Auf die Frage, ob das zweite Quartal wegen Iran schwieriger sei als das erste, sagte Bossard in einem Interview mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP: "Nein, es ist nicht schwieriger geworden. Was wir aber sehen, ist die steigende Inflation. Die Frachtkosten nehmen zu, die Energiepreise und auch die Rohmaterialien."

Vor allem die Frachtkosten fielen dabei ins Gewicht. Das Verständnis der Kunden für Preiserhöhungen sei aber grundsätzlich vorhanden. "Wir spüren die Auswirkungen eher indirekt", fügte er mit Blick auf die Gesamtsituation an.

Zoll-Rückforderungen an die USA sind für das Unternehmen kein Thema. "Wir zahlen in den USA hauptsächlich die Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium. Wir hängen damit nicht an reziproken Zöllen und nur solche sind rückforderbar", erklärte der Firmenchef. Bossard importiere auch Kunststoff in die USA, allerdings in sehr kleiner Menge, weshalb sich der Aufwand für eine Rückforderung kaum lohnen würde.

Positiver Trend aus Q1 hält im April an

Mit dem aktuellen Geschäftsgang zeigt er sich zufrieden. So habe sich der positive Trend des ersten Quartals im April fortgesetzt. "Das grosse Fragezeichen ist indes die nähere Zukunft. Haben die Unternehmen in Erwartung von Lieferproblemen mehr bestellt und so die Lager aufgestockt?"

Die Unsicherheit sei weiterhin da, so Bossard. Dennoch wagte er die Prognose: "Es würde mich sehr überraschen, wenn es nicht für ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen im ersten Semester reichen würde."

Gut laufe es derzeit in der Rüstungsindustrie, beim Bau von Schienenfahrzeugen oder bei Rechenzentren. Auch Elektrokomponenten, insbesondere für E-Fahrzeuge in China, seien sehr gefragt, oder Komponenten für die Luftfahrt. Schwierig sei die Lage hingegen in der klassischen Maschinenindustrie. "Viele Zulieferer für die deutsche Autobranche sind derzeit am Kämpfen."

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