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Broeders-Bol startet über 800 m mit Härtetest gegen Werro
Die zweifache Weltmeisterin über 400 m Hürden, Femke Broeders-Bol, wird am Dienstagabend in Ostrava zu ihrem ersten 800-m-Lauf im Freien erwartet. Dort trifft sie unter anderen auf Audrey Werro.
Femke Broeders-Bol, die im Februar geheiratet hat, will ein neues Kapitel aufschlagen und künftig auch über 800 m zur Weltspitze gehören. "Ich glaube, sie wird in diesem ersten Wettkampfmonat viele Leute überraschen", betont ihr Schweizer Trainer Laurent Meuwly gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Als zweifache olympische Bronzemedaillengewinnerin (2021, 2024) hinter der dominierenden Sydney McLaughlin-Levrone und zweifache Weltmeisterin (2023, 2025) über 400 m Hürden hatte die 26-jährige Niederländerin im vergangenen Herbst angekündigt, die niedrigen Hürden hinter sich zu lassen und sich dem Mittelstreckenlauf zuzuwenden. Acht Monate später steht sie kurz davor, in Ostrava ihren ersten 800-m-Lauf im Freien zu bestreiten.
Geduld war und ist gefragt
"Die Vorfreude ist gross, denn es war eine lange Zeit ohne Wettkämpfe", sagt Laurent Meuwly. "Wir freuen uns auf die neue Herausforderung." Der Wechsel in eine neue Disziplin verlangte Broeders-Bol vor allem eines ab: Geduld.
Geduld brauchte sie zunächst wegen einer Fussverletzung, die ihre Hallensaison verkürzte und auf einen einzigen 800-m-Lauf beim Meeting in Metz beschränkte. Dort lief sie 1:59,07 Minuten.
Geduld war auch gefragt, als sie mehrere Wochen lang auf das Laufen verzichten musste, um sich vollständig zu erholen. "Wir haben viel auf dem Rad und auf dem Crosstrainer trainiert", schildert Meuwly diese Phase. Rückblickend wertet er diese Zeitspanne als Glück im Unglück, weil seine Athletin dadurch umfangreiches aerobes Training absolvieren konnte.
Geduld brauchte sie schliesslich auch beim Erlernen der spezifischen Anforderungen des 800-m-Laufs. "Da sie es gewohnt ist, immer so schnell wie möglich zu laufen, musste sie sich zu langsameren Tempi zwingen", erzählt ihr Trainer.
Gleich gegen die Besten
Schon bei ihrem Debüt trifft Broeders-Bol auf die Weltelite einer Disziplin, die derzeit eine aussergewöhnliche Leistungsdichte erlebt. Mit der Freiburgerin Audrey Werro steht eine Athletin an ihrer Seite, die Anfang Juni mit 1:53,98 Minuten zur drittschnellsten Läuferin der Geschichte über diese Distanz aufstieg.
"Körperlich mache ich mir keine Sorgen, und ich glaube, dass sie in diesem ersten Wettkampfmonat viele Leute überraschen wird", sagt Meuwly - auch er ein Freiburger. Er traut seiner Athletin bereits bei ihrem ersten Start eine Zeit von rund 1:56 Minuten zu, "und sehr schnell 1:55, 1:54".
Auf dem Papier bringt die Niederländerin eine aussergewöhnliche Grundschnelligkeit mit. Ihre persönliche Bestzeit über 200 m von 22,64 Sekunden entspricht dem Niveau eines EM-Finals. Hinzu kommt ihr Hallen-Weltrekord über 400 m von 49,17 Sekunden. Damit ist sie fast zwei Sekunden schneller als Audrey Werro (51,03) und die britische Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (51,14). "Für Femke ist eine Zeit von 56 Sekunden über 400 m (das Anfangs-Tempo der Weltelite über 800 m) langsam", betont Meuwly.
Dennoch muss Broeders-Bol die taktischen Feinheiten des 800-m-Laufs erst noch verinnerlichen. Anders als über die Hürden spielen hier Rennverlauf, Positionierung und das Verhalten im Feld eine zentrale Rolle. Für die Niederländerin ist das Neuland.
"Femke ist sehr analytisch, sie schaut sich viele Rennen an, um die Platzierungen und taktischen Entscheidungen zu beobachten. Das interessiert sie sehr, aber es ist klar, dass sie hier noch hinter den anderen zurückliegt und sich erst noch beweisen muss", sagt ihr Trainer.
Auch an Weltrekord-Jagd beteiligt?
Ob Broeders-Bol bereits in diesem Jahr mit Werro und Hodgkinson mithalten kann, bleibt offen. Beide gehören zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen im Kampf um den ältesten Weltrekord der Leichtathletik: die 1:53,29 Minuten der Tschechin Jarmila Kratochvilova aus dem Jahr 1983.
"Wenn alle drei im Final in Birmingham (an der EM im August) stehen, wird es interessant sein, die Rennstrategie zu beobachten", sagt Meuwly. "Auf jeden Fall hoffe ich, dass uns das bis nach Los Angeles 2028 schöne Rennen bescheren wird."
Nach Ostrava startet Femke Broeders-Bol am Sonntag beim Meeting in Hengelo. Anschliessend steht am 28. Juni das Diamond-League-Meeting in Paris auf ihrem Programm.

















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