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Diese Probleme muss das Nationalteam jetzt lösen
Der WM-Fehlstart steckt den Schweizern noch in den Knochen. Das sind vier Baustellen im Nationalteam, die vor dem wegweisenden Match gegen Bosnien-Herzegowina behoben werden müssen.
Standards
Eckbälle und Freistösse können bei der richtigen Ausführung sofort Torgefahr erzeugen und sind gerade gegen defensiv eingestellte Teams eine wichtige Komponente. Den Schweizern sind die Standards gegen Katar aber überhaupt nicht gelungen. Obwohl sie gleich zehnmal zum Corner antreten konnten, entstand aus keinem der Bälle eine gefährliche Situation. Dabei verfügt das Nationalteam mit Manuel Akanji, Nico Elvedi oder Breel Embolo eigentlich über kopfballstarke Spieler.
Dass die Schweiz nun seit neun Spielen ohne Tore nach Standards dasteht (Penaltys ausgenommen), zeigt, wie schwer dieses Manko wiegt. Das letzte Mal konnte das Team im September beim 3:0 gegen Slowenien über Tore nach Cornern jubeln - damals sogar doppelt. Nun scheint es nötig, den Fokus im Training wieder verstärkt auf die ruhenden Bälle zu legen.
Kaltblütigkeit
Die vergebenen Chancen waren das Thema nach dem Spiel gegen Katar. Der Blick in die Statistik dürfte bei den Schweizer Matchanalysten regelrecht für Albträume sorgen: 26 zu 6 Schüsse, 42 zu 8 Ballberührungen im Strafraum, 5 zu 1 vergebene Grosschancen, 368 zu 68 Pässe in der gegnerischen Hälfte und 3,2 zu 0,6 erwartete Tore. Wer solche Werte aufweist, darf nicht mit nur einem Punkt aus der Partie gehen.
Eigentlich hätte sich das Team deshalb bereits am Sonntag zu einem zusätzlichen Torschusstraining auf dem Platz versammeln müssen. Doch da fanden sich nur die Ersatzspieler ein, während die Akteure der Startaufstellung eine Regenerationseinheit im Teamhotel einlegten. Allenfalls sollte Murat Yakin auch darüber nachdenken, wie bei der USA-Reise vor einem Jahr mit einem Mentaltrainer zusammenzuarbeiten, um allfällige mentale Blockaden zu lösen.
Wechsel
Murat Yakin bewegte sich gegen Katar zwischen den beiden Extremen: Zuerst setzte der Trainer voll auf Erfahrung, und dann, als den Schweizern die Partie langsam entglitt, sollten ausgerechnet die Jungen für Stabilität sorgen. Mit seinen Wechseln nahm er Spieler mit der Erfahrung von insgesamt 363 Länderspielen vom Feld und ersetzte sie durch Akteure, die zusammen lediglich auf 92 Einsätze kommen. Gegen Bosnien-Herzegowina muss der Trainer einen besseren Mix finden.
Gleichzeitig gilt es, die einzelnen Wechsel zu hinterfragen. Waren die Einwechslungen von Johan Manzambi und Fabian Rieder noch nachvollziehbar, sorgten die Einsätze von Zeki Amdouni, Ardon Jashari und Miro Muheim eher für Stirnrunzeln. Amdouni und Jashari hatten in der letzten Saison nur wenig Spielzeit, und Muheim bringt keine Turniererfahrung mit.
Dagegen blieben torgefährliche Spieler wie Noah Okafor, Christian Fassnacht und Cedric Itten oder erfahrene Akteure wie Silvan Widmer und Djibril Sow auf der Ersatzbank.
Körpersprache
Mit zunehmender Spieldauer und steigender Anzahl vergebener Chancen sah man die Schweizer Spieler immer öfter hadern, gestikulieren oder diskutieren, statt sich gegenseitig aufzubauen, einander für gelungene Aktionen zu gratulieren und so einen neuen Anlauf zu nehmen. Mehr und mehr wirkten die Spieler verunsichert. So verlor das Team in der zweiten Halbzeit trotz langer Dominanz den Zugriff auf die Partie und am Schluss auch zwei der drei budgetierten Punkte.
Gegen Bosnien-Herzegowina (Donnerstag, 21.00 Uhr Schweizer Zeit) dürfen sich die Schweizer von allfälligen Rückschlägen nicht so schnell beeinflussen lassen. Gefordert ist dabei vor allem auch Captain Granit Xhaka, dessen Qualitäten als Anführer bekannt sind und bei jeder Vereinsstation gelobt werden. Diese muss er nun unter Beweis stellen.

















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