Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Bündner Landwirtschaft ist gut aufgestellt
Für die Bündner Landwirtschaft wäre eine verstärkte Vermarktung von Markenkäse in der Deutschschweiz erstrebenswert. Das ist eine von verschiedenen Empfehlungen aus einem Bericht über die Entwicklungen in der Landwirtschaft in den letzten 15 Jahren.
In der nationalen Agrarpolitik sei mit einer weiteren Ökologisierung der Landwirtschaft zu rechnen, heisst es im Bericht, den das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation in Auftrag gegeben hat. Dies biete Chancen für die Bündner Landwirtschaft. Gegen zwei Drittel der Betriebe produzierten nach biologischen Richtlinien.
Die wichtigsten Betriebszweige blieben die Milchkuh- und Mutterkuhhaltung. Im Jahr 2023 zählten rund 1100 Betriebe (zirka 53 Prozent) in Graubünden zur Kuhmilchwirtschaft mit insgesamt 15'000 Milchkühen.
Seit 2011 haben aber die Anzahl Milchkühe, die dafür eingesetzte Fläche sowie die dazugehörigen Arbeitsplätze um rund ein Sechstel abgenommen.
Umstellung auf Rindfleischproduktion
Mit dem Rückgang der Milchkühe sei die Zahl der Mutterkühe gestiegen. Dies bestätige den Trend zur Umstellung von Kuhmilch- auf Rindfleischproduktion, heisst es im Bericht. Im Jahr 2023 zählte Graubünden rund 970 Betriebe, die Rinder zur Fleischproduktion hielten.
Die regionalen Käsereien hätten sich etablieren können. "Sie zeigten eine hohe Innovationskraft." Die Sortimente an Molkereiprodukten wurden ausgeweitet. Das regionale Absatzpotenzial bei Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Gästen sei zu einem hohen Anteil ausgeschöpft.
Insgesamt weise die Landwirtschaft mit der biologischen Herstellung, der regionalen Verarbeitung, den traditionellen Betrieben sowie innovativen Produkten eine gute Ausgangslage auf, heisst es zusammenfassend.
Zu den Empfehlungen gehört, dass eine verstärkte Vermarktung von Bündner Markenkäse in der Deutschschweiz erstrebenswert wäre, "weil Graubünden als Tourismuskanton über eine grosse Bekanntheit verfügt".
Die Sicherung von lokalen Verarbeitungsstrukturen werde weiterhin als zielführend beurteilt. Dies gelte vor allem deshalb, weil damit die regionale Nachfrage über direkte Kanäle gedeckt werden könne.
Das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation lasse nun die Analysen, die neuen Erkenntnisse sowie die Empfehlungen aus dem Bericht in seine künftige kantonale Förderpolitik einfliessen.
















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