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Keystone-SDA | Mittwoch, 01. April 2026

Bürokratie frisst ärztliche Behandlungszeit

Drucken, unterschreiben, scannen, mailen: Ein grosser Teil ärztlicher Arbeitszeit fliesst in Bürokratie statt in Behandlungen. Das zeigt eine Umfrage der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM), an der über 1800 Fachpersonen teilnahmen.

Am "Unnötigsten" empfanden die Befragten das Aktualisieren von Medikamentenlisten und die Überprüfung von Rezepten. Darauf folgte die doppelte Dokumentation wegen inkompatibler digitaler Systeme und Rückfragen von Versicherungen. Auch die Bearbeitung per Mail vorgebrachter medizinischer Anliegen führt laut Umfrage dazu, dass letztlich Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten fehle.

Die Ergebnisse zeigten die unnötige administrative Belastung, der die Ärzteschaft ausgesetzt sei, schrieb der Berufs- und Dachverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH am Mittwoch in einer Mitteilung. Ein Grossteil entsteht gemäss FMH, weil die digitalen Systeme nicht kompatibel sind.

Das liege an fehlenden Standards - die müsse die Politik jetzt vorantreiben, sagte FMH-Präsidentin Yvonne Gilli. Gemeinsam mit dem Krankenkassenverband prio.swiss will sich die FMH ausserdem den "verzichtbaren Nachfragen" von Krankenversicherern widmen. Auch die SGAIM fordert konkrete Massnahmen zum Abbau der Bürokratie.

Unnötige administrative Arbeit komme oft auf Papier oder als PDF in Praxen und Spitäler daher: "Drucken, unterschreiben, scannen, mailen - und dies im Jahr 2026", schrieb Sven Streit, Initiant der "Papiertiger"-Kampagne. Ein Tiger-Kleber auf solchen Dokumenten solle der "Arbeit ohne Nutzen" ein Gesicht geben.

Schliesslich, findet die SGAIM, sollten Patientinnen und Patienten behandelt werden - und keine Formulare.

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