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Eishockey-WM
Keystone-SDA | Samstag, 30. Mai 2026

Nationaltrainer Jan Cadieux ärgert sich trotz Sieg

Der Schweizer Nationaltrainer Jan Cadieux lobt nach dem 6:0 im Halbfinal gegen Norwegen die Reife und Gelassenheit seines Teams. Zunächst ärgert er sich jedoch.

Anstatt sich nach der Schlusssirene über den Finaleinzug zu freuen, war der Schweizer Trainer Jan Cadieux zunächst aufgebracht. Er lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit seinem norwegischen Gegenüber Petter Thoresen und zeigte ihm gar den Vogel. Er war überhaupt nicht einverstanden mit der harten norwegischen Spielweise in den letzten fünf Minuten, obwohl die Partie beim Stand von 6:0 bereits entschieden war. "Das zeugt von mangelnder Klasse", ärgerte sich Cadieux.

Die Schweizer wurden ihrer Favoritenrolle nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän gerecht. "Es war ein echtes Fallenspiel, der Druck war gross, wie wir alle wussten. Aber am Ende hat die Mannschaft wieder einmal viel Reife bei der Spielgestaltung bewiesen", sagte Cadieux und fuhr fort: "Ich habe gemerkt, dass wir zu Beginn vielleicht etwas nervös waren und unsere Beine nicht so bewegt haben, wie wir es hätten tun sollen. Aber wenn man das Selbstvertrauen und die Gelassenheit dieser Mannschaft auf der Bank sieht, macht das unsere Arbeit einfacher."

Tatsächlich hielten die Norweger zu Beginn gut mit. Umso wichtiger war das 1:0 von Christoph Bertschy in der 18. Minute mit einem Schuss, der präziser nicht hätte sein können. Er habe nicht gesehen, wie der Puck ins Tor gegangen sei, erzählte der Stürmer von Fribourg-Gottéron. "Als ich dann sah, wie alle aufsprangen, realisierte ich, dass er drin ist." Das erste Drittel sei nicht ihr bestes gewesen, "wir waren jedoch im Spiel." Den Norwegern zollte Bertschy grossen Respekt: "Sie wollten physisch agieren, was sie das ganze Turnier über gut gemacht haben - deshalb standen sie im Halbfinal. Hut ab vor ihnen."

Nun also stehen die Schweizer vor heimischem Publikum zum dritten Mal in Serie im WM-Final. "Darauf haben wir seit einigen Jahren hingearbeitet", sagte Bertschy. "Jetzt haben wir noch ein Spiel, in dem wir zeigen können, wozu wir fähig sind."

Ein Vorteil könnte die längere Ruhepause sein; vor den bisherigen vier verlorenen WM-Finals bestritten die Schweizer im Halbfinal jeweils die Abendpartie. Cadieux gab sich diesbezüglich zurückhaltend: "Hoffentlich, mal sehen, was morgen bringt." Sein Ärger war da längst verflogen.

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