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Marco Odermatt nach 2. Platz in Kitzbühel
Keystone-SDA | Samstag, 24. Januar 2026

"Das heute ist für mich eine Niederlage"

Er ist mit dem Ziel angereist, die Abfahrt in Kitzbühel zu gewinnen. Am Ende fehlen Marco Odermatt sieben Hundertstel zum Triumph. Entsprechend niedergeschlagen ist der Nidwaldner nach dem Rennen.

Er vergräbt sein Gesicht in den Ellbogen, stützt sich auf seine Stöcke und atmet tief durch. Wieder kein Sieg in der Abfahrt in Kitzbühel, wieder Platz 2 - wie schon 2022 und 2024. Doch so nah wie dieses Mal war Odermatt noch nie dran am Gewinn der goldenen Gams, eines seiner letzten grossen Ziele.

Die Passage vom Hausberg bis ins Ziel gelingt Odermatt optimal. Er macht Zeit gut auf den führenden Italiener Giovanni Franzoni, doch die Ziellinie kommt zu früh. 0,07 Sekunden fehlen dem Schweizer zum Sieg. Während um Odermatt 45'000 Fans toben, wird der 28-Jährige ganz still. Minutenlang bleibt er im Zielraum für sich. Er analysiert seine Fahrt auf einem Monitor, schüttelt immer wieder den Kopf. Die Enttäuschung beim besten Skifahrer der Gegenwart ist spürbar. Daran können auch die zahlreichen Schulterklopfer von Teamkollegen, Staffmitgliedern und Konkurrenten nichts ändern. Hie und da müht er sich zu einem gequälten Lächeln. Es braucht keine Worte.

Eine "geniale Fahrt", die nicht zum Sieg reicht

So enttäuscht wie in diesen Momenten sah man Marco Odermatt schon lange nicht mehr. Einerseits klar, weil er in 53 seiner 191 Weltcuprennen zuoberst auf das Podest stieg, gar keinen Grund hatte, sich zu ärgern. Doch selbst wenn er die Top-3 mal verpasste (in 91 Rennen) trug er dies meistens mit Fassung. Nur ist ein 2. Platz in der legendärsten aller Abfahrten nicht gut genug für einen, der 2023 Weltmeister wurde und in den vergangenen zwei Jahren die kleine Kristallkugel für den konstantesten Abfahrer der Welt erhielt.

"Das heute fühlt sich wie eine Niederlage an", sagt er denn auch, nachdem er sich auffallend viel Zeit lässt, um vor die Mikrofone der Reporter zu treten. "Ich weiss, dass es eine geniale Fahrt gewesen ist von mir. Ich weiss aber auch, was heute mein Ziel war und dass ich das leider ganz knapp nicht erreicht habe."

Ein Déjà-vu

Wieder jubelt nach der Hahnenkamm-Abfahrt ein anderer, wieder ist es ein Emporkömmling. Wie schon vor zwei Jahren, als der Franzose Cyprien Sarrazin wie aus dem Nichts an die Weltspitze vorstiess und beide Abfahrten auf der Streif für sich entscheiden konnte. Ein Déjà-vu für Odermatt. Eines der ganz bitteren Sorte.

Für Franzoni war es der zweite Sieg auf höchster Stufe, der erste in der Abfahrt, nachdem er vor Wochenfrist beim Super-G in Wengen zum ersten Mal im Weltcup zuoberst auf das Podest stieg. Ob da einer heranwächst, der Odermatt auf Dauer Paroli in den Speed-Disziplinen bieten kann, wird die Zukunft zeigen. In Kitzbühel spuckte er dem grossen Favoriten gehörig in die Suppe und tütete er jenen Sieg ein, der für Odermatt bestimmt gewesen schien. Wobei es festzuhalten gilt, dass Franzoni den Sieg nicht gestohlen hat, schliesslich deutete er mit jeweils der Bestzeit in beiden Trainings unter der Woche an, dass mit ihm am Samstag zu rechnen sein wird.

Ein Meilenstein

Das alles ändert nichts an der Gefühlslage bei Odermatt, bei dem auch mehr als eine Stunde nach der Zieldurchfahrt der Stachel noch tief sitzt: "Die Verarbeitung wird länger dauern", sagt er, der bekannt dafür ist, Dinge schnell abzuhaken. Er habe viel ausgerichtet auf dieses Rennen. "Ich fühlte mich bereit, bin mit einer super Form hierhin gereist, Material, Körper und Kopf haben super gepasst. Deshalb tut das schon weh."

Beinahe zur Randnotiz verkam, dass Odermatt in Kitzbühel die magische Marke von 100 Podestplätzen im Weltcup knackte. Vor ihm schafften dies erst vier andere Fahrer: Ingemar Stenmark (155), Marcel Hirscher (138), Marc Girardelli und Henrik Kristoffersen (je 100).

Es war ein schwacher Trost für Odermatt. "Viele hätten es mir gegönnt. Auf der anderen Seite verstehe ich auch jeden, der sagt, es ist gut, dass das jetzt nicht auch noch geklappt hat. Ich konnte schon so viele Erfolge feiern, darum fühle ich mich schon fast ein bisschen blöd, wenn ich mit einem 2. Platz enttäuscht bin."

Ein gutes Omen

Nun tritt er mit zwei Gamsen im Gepäck die Heimreise an. Mit einer goldenen, die er am Freitag im Super-G dank des besseren Endes im Hundertstelkrimi gegen Franjo von Allmen gewinnen konnte und mit einer silbernen in der Abfahrt - schon der dritten in dieser Farbe.

Im nächsten Jahr wird Odermatt einen neuerlichen Anlauf nehmen auf der Jagd nach der goldenen Gams in der Abfahrt, es wird sein zehnter sein. Sein einstiger Mentor Beat Feuz brauchte übrigens elf Versuche, um sich in Kitzbühel die Krone aufzusetzen.

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