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Keystone-SDA | Freitag, 03. Juli 2026

"Das rote Trikot zu tragen, macht mich sehr stolz"

Als erster Schweizer erreicht Granit Xhaka die Zahl von 150 Länderspielen. Das bedeutet ihm sehr viel, wie er nach dem Achtelfinaleinzug gegen Algerien in Vancouver betont.

Die Genugtuung und Freude ist Granit Xhaka ins Gesicht geschrieben, als er nach dem 2:0-Sieg gegen Algerien vor die Kameras von SRF tritt. Zum 150. Mal war er für die Schweiz aufgelaufen. Besonders bemerkenswert: Zum 145. Mal stand er dabei in der Startaufstellung.

"Für mich bedeutet dieser Tag enorm viel", betont der 33-jährige Basler mit Wurzeln im Kosovo. "150 Spiele für das Land, in dem ich geboren und gross geworden bin. Das rote Trikot tragen zu dürfen, macht mich sehr stolz." Seit seinem Debüt am 4. Juni 2011 unter Ottmar Hitzfeld im Wembley-Stadion gegen England ist Xhaka immer mehr zum unverzichtbaren Dreh- und Angelpunkt im Schweizer Team geworden. Nach dem Rücktritt von Stephan Lichtsteiner machte ihn der damalige Nationaltrainer Vladimir Petkovic zum Captain, ein Leader war er aber schon zuvor.

Immer ehrlich miteinander

Xhaka scheut nicht die klaren Worte, auch im Vorfeld dieser WM trat er als unbequemer Warner auf, um jeden Anflug von Genügsamkeit oder Bequemlichkeit im Keim zu ersticken. Und das Team hört auf ihn. "Bereits gestern wurde ich vor dem Team bejubelt", erzählt er nun. "Und ich habe ihnen gesagt, dass sie mir den Tag speziell machen würden, wenn wir gewinnen."

Gesagt, getan, auch weil Xhaka und seine Mitspieler in der Pause - trotz 1:0-Führung - mit der ersten Hälfte nicht zufrieden waren und Fehler ansprachen. "Ich glaube, wir sind alle alt genug, um ehrlich miteinander zu sein", sagt er. "Wir haben Sachen angesprochen, sie geändert und entsprechend eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt."

Transfergerüchte ausblenden

Die Schweiz hat - auch dank Xhaka - erstmals seit 1938 wieder bei einer WM eine K.o.-Runde überstanden und steht im Achtelfinal. Einen Nebenschauplatz will er komplett ausblenden. Seit Tagen brodelt die Gerüchteküche. Im fortgeschrittenen Fussballeralter soll Xhaka nach einer starken ersten Saison bei Sunderland noch einmal einen grossen Transfer zum Premier-League-Schwergewicht Chelsea anstreben.

"Ganz ehrlich, das ist nicht meine Aufgabe, ich habe dafür mein Management, das voll darauf fokussiert ist", stellt der Captain im TV-Interview klar. "Es ist allen klar, dass meine Priorität Nummer eins die WM ist und ich mich voll darauf konzentriere. Alles andere, die Gerüchte und was über mich geschrieben wird, interessiert mich momentan nicht." Am Dienstag steht der Achtelfinal gegen Kolumbien oder Ghana an. "Ich will mit dieser Mannschaft eine gute WM spielen und eigene Geschichten schreiben. Alles andere wird dann sicher kommen."

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