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Vom Vorgänger gefordert, aber nicht geschlagen
Murat Yakin gewinnt das Duell mit seinem Vorgänger Vladimir Petkovic. Der Schweizer Nationaltrainer erklärt, wie sein Team nach einem schwierigen Start den Weg zurück ins Spiel fand.
Als Murat Yakin die Aufstellung Algeriens sah, war er überrascht. Sein Gegenüber verzichtete auf einen nominellen Stürmer und stellte stattdessen einen zusätzlichen Spieler ins Zentrum. "Dadurch hatten wir dort zeitweise eine Unterzahl und wurden zurückgedrängt", analysiert der 51-Jährige und fügt an: "Es war eine Situation, die wir nicht gewohnt sind."
Die Rettung kam in Form des Kontertors in der 10. Minute, dem ersten Angriff der Schweiz. Am Ende des Sololaufs von Johan Manzambi stand Breel Embolo, der für die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung sorgte. Yakin nutzte den Moment des Jubels, um sofort Anpassungen vorzunehmen. "Wir haben das Zentrum besser besetzt und danach wieder besser ins Spiel gefunden", so Yakin.
Gestärkt aus der Pause
Welche Anpassungen er konkret vorgenommen hat, lässt der Basler offen. Er erklärt lediglich, dass ihm die Statik des Teams bis dahin nicht gefallen habe. Für ihn waren die Änderungen entscheidend, um wieder in die Spur zu finden. Bis dahin hatte Algerien mehr Ballbesitz und konnte der Schweiz sein Spiel aufzwingen. Für die Schweizer, die ihre bisherigen Partien meist kontrolliert hatten, war dies eine ungewohnte und unangenehme Situation.
Auch kurz vor der Pause gerieten die Schweizer nochmals unter Druck, ehe sie sich in der Stadion-Kabine neu ordnen konnten. Was sein Geheimrezept dafür sei, dass seine Mannschaft zum zweiten Mal in Folge die zweite Halbzeit mit einem Tor eröffnete, verriet Yakin ebenfalls nicht. Nur so viel: "Die Pause bietet nochmals die Möglichkeit, die Spieler abzuholen. Wir analysieren das Spiel und besprechen, welche Korrekturen nötig sind."
Turniererfahrung als Schlüssel
Vladimir Petkovic bedauerte dagegen, dass sein Team aus dem starken Beginn zu wenig gemacht habe. Während Algerien den Ball gut laufen liess, zeigte sich die Schweiz zielstrebiger. Zum Gegentreffer nach dem Konter sagte der algerische Nationaltrainer: "Wir haben ein Tor erhalten, das man nicht unbedingt erhalten muss." Zu naiv stellte sich die Verteidigung in dieser Situation an.
Für Petkovic war jedoch weniger die taktische Anpassung der Schweizer ausschlaggebend als vielmehr deren individuelle Klasse und Turniererfahrung. Diese habe sich das Team über die vergangenen Jahre aufgebaut - eine Entwicklung, die er als Schweizer Nationaltrainer von 2014 bis 2021 selbst massgeblich mitgeprägt hat. "Es ist kein Zufall, dass die Schweiz alle zwei Jahre an einem grossen Turnier spielt", so Petkovic. "Das Team zeigt gute Leistungen und spielt souverän."
Petkovic traut der Schweiz noch mehr zu
Gleichwohl unterliess es Petkovic nicht, seinem Nachfolger zu gratulieren. "Ich muss sagen: Kompliment, bravo. Murat hat das Team gut vorbereitet. Ich gratuliere ihm zum Resultat."
Geht es nach Petkovic, könnte die WM-Reise der Schweiz sogar noch über den nun anstehenden Achtelfinal hinausgehen. "Die Schweizer Mannschaft hat viele Qualitäten und die nötige Turniererfahrung, die uns noch gefehlt hat", sagt der 62-jährige Tessiner. "Ich bin mir sicher, dass sie auch die nächste Runde meistern kann." Danach werde es schwieriger, doch mit dem nötigen Glück sei für die Schweiz noch vieles möglich.
Yakin dagegen wollte noch nicht nach vorne blicken. "Jetzt geniessen wir zuerst den Moment und schauen dann, was kommt." Ob der nächste Gegner Kolumbien oder doch Ghana heisst, wird in der Nacht auf Samstag ermittelt.

















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