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Keystone-SDA | Montag, 08. Juni 2026

Die Adresse beeinflusst den Bildungserfolg

Die Postleitzahl entscheidet mit über den Schulerfolg: Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass in grossen Städten die Lehr- und Matura-Abschlussquoten oft unter dem Landesdurchschnitt liegen - und selbst zwischen Quartieren gibt es grosse Unterschiede.

Landesweit erreichen mehr als neun von zehn Jugendlichen (91,7 Prozent) bis zum Alter von 25 Jahren einen Abschluss der Sekundarstufe II, also eine Berufslehre oder eine Maturität, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. In grossen städtischen Gemeinden lagen die Werte im Erhebungszeitraum dagegen häufig tiefer: In Zürich und Lugano betrug die Quote 88 Prozent, in Bern 90 Prozent, in Basel 86 Prozent, in Lausanne 84 Prozent und in Genf 82 Prozent.

Das BFS führt die tieferen Quoten in städtischen Gemeinden auf komplexe soziale Strukturen, einen höheren Anteil fremdsprachiger Schülerinnen und Schüler sowie mehr Haushalte mit tiefem Einkommen zurück.

Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch nicht nur zwischen Stadt und Land, sondern auch innerhalb der Städte. Im Zürcher Langstrassenquartier lag die Abschlussquote bei 80 Prozent, in Fluntern hingegen bei 96 Prozent. Ähnliche Muster gibt es in anderen Städten: In Basel reichte die Spanne von 80 Prozent im Matthäusquartier bis 92 Prozent in Bachletten. In Luzern erreichte Reussbühl 88 Prozent, während Halde und Wesemlin auf 94 Prozent kamen.

Auch bei Maturität grosse Kluft

Auch bei den Maturitätsabschlüssen bestehen grosse räumliche Unterschiede. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 41,9 Prozent. In der lateinischen Schweiz erreichten die Quoten für gymnasiale, Berufs- oder Fachmaturitäten häufig Werte um 50 Prozent. In der Deutschschweiz war der Anteil generell tiefer, innerhalb der Kantone aber stärker unterschiedlich.

So wiesen in den Kantonen Bern, Zürich, Luzern und St. Gallen einzelne Gemeinden Maturitätsquoten von rund 60 Prozent auf, während andere im selben Kanton unter 20 Prozent lagen.

Auch auf Quartierebene sind die Unterschiede beträchtlich. In der Stadt Bern erlangten in den Quartieren Länggasse, Muesmatt, Stadtbach und Neufeld 68 Prozent der Jugendlichen eine Maturität. Im benachbarten Bethlehem waren es lediglich 24 Prozent. In St. Gallen betrug der Anteil im Lachen-Quartier 28 Prozent, in Rosenberg und Rotmonten hingegen 64 Prozent.

Die Analyse des BFS basiert auf Daten von Jugendlichen, die zwischen 2010 und 2014 15 Jahre alt wurden.

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