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Die nächste Medizinerin nähert sich der Weltspitze
Im Sog der Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser stossen weitere Schweizerinnen an die internationale Spitze vor. Mit der Schweizer Meisterin Steffi Häberlin drückt die Nächste nach oben.
Der Schweizer Frauen-Radsport boomt. 2025 war die Schweiz dank den Erfolgen von Marlen Reusser, Noemi Rüegg und Elise Chabbey die drittbeste Nation in der Weltrangliste. Im Schatten des Schweizer Top-Trios können sich mit Ginia Caluori, Jasmin Liechti und Steffi Häberlin weitere talentierte Fahrerinnen entwickeln. Dabei sind Caluori, die ab kommender Saison wie Reusser für das spanische Team Movistar fahren wird, und Liechti fünf Jahre jünger und haben ihre Rad-Karriere deutlich früher begonnen.
Hingegen die 28-jährige Häberlin ist eine Quereinsteigerin, ähnlich wie auch Reusser und Chabbey, die zunächst andere Sportarten ausübte und unter anderem Olympia-Teilnehmerin im Kanu war. Erst 2020 setzte sich Häberlin mit Ambitionen aufs Velo, zunächst allerdings im Mountainbike.
Wechsel vom Mountainbike auf die Strasse
Dass sie auf die Strasse wechselte, war eine Folge ihrer Teilnahmen an der Tour de Romandie (2023) und Tour de Suisse (2024) mit dem Schweizer Nationalteam. Schnell merkte die Thurgauerin, "dass es mir da sehr gefällt und mir die Strasse mehr zusagt als das Mountainbike".
Häberlin hielt bereits in ihren ersten Strassenrennen überraschend gut mit und war auch immer wieder in Ausreissergruppen zu finden. Sie wusste um das Schaufenster, das eine Tour de Suisse bietet. "Ich wollte mich zeigen und hoffte, dass ein Team auf mich aufmerksam werden würde."
Mit SD Worx interessierte sich sogar eines der besten Teams für Häberlin und erkundigte sich unter anderen auch bei Swiss-Cycling-Nationaltrainer Edi Telser über die Fahrerin. Dieser erkannte ihr Potenzial schnell und konnte eine vorbehaltlose Empfehlung abgeben.
Eine weitere Medizinerin
So unterschiedlich man als Person auch sei, so gebe es doch mit Reusser und Chabbey eine weitere Gemeinsamkeit, erzählt Häberlin. Wie Reusser und Chabbey, die bereits Ärztinnen sind, studiert sie Medizin. Die Häufung dieses Berufs ist auch dem Nationaltrainer aufgefallen. "Edi (Telser) verzweifelt manchmal schier, weil er drei Medizinerinnen um sich herum hat. Da fühlt er sich nicht immer so sicher", erzählt Häberlin.
Weil sie ihre Karriere auf dem Velo vorantreibt, musste sie in den vergangenen Jahren die Praktika etwas in die Länge ziehen. "Sonst wäre es neben dem Radsport zu viel gewesen. Auch so war es noch ein sehr volles Programm", sagt die Thurgauerin. Nun neigt sich das Studium dem Ende zu. Danach will Häberlin ganz auf den Radsport setzen, schliesslich ist "die Velo-Karriere endlich, ich will diese so lange wie möglich geniessen".
Grosses Lob an die Landsfrau
Dabei helfen ihr nicht zuletzt Leistungen wie am Mittwoch in Sondrio. In der 1. Etappe der Tour de Suisse war Häberlin die beste Schweizerin. Als Sechste klassierte sich die Schweizer Meisterin um zwei Positionen vor der zeitgleichen Reusser, die sie als "sehr gutes Aushängeschild" für den Schweizer Radsport bezeichnet.
Dies, so Häberlin, nicht nur wegen der sportlichen Komponente, sondern auch "weil Marlen spannende Interviews gibt und zu Themen eine starke Meinung hat". Und wenn man eine Frage habe, dann könne man Reusser auch mal anrufen und um ihre Meinung fragen. "Wir Schweizerinnen sind kollegial unterwegs."

















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