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Die Trockenheit zwingt die Älpler in der Ostschweiz zum Handeln
Hitze und Trockenheit setzen den Alpen der Ostschweiz zu. Auf der Alp Oberchäseren in Amden SG musste Wasser per Helikopter eingeflogen werden. Die Kosten trägt der Alpbetrieb selbst. Der Kanton setzt auf langfristige Anpassungen an Trockenperioden.
"Auf der Alm, da finden die Küh’s beste Gras", heisst es in einem Volkslied. Auf die Alpen der Ostschweiz trifft das in diesem Sommer kaum zu. Beim Wasser stehen die Dinge noch schlechter. Grund sind Hitze und Trockenheit. Trotz der Niederschläge der vergangenen Tage bleibt die Lage angespannt. Einige Alpen lassen sich deshalb per Helikopterflüge Wasser auf die Alp liefern, etwa die Alp Oberchäseren in Amden.
Der 52-jährige Pius Jöhl verbringt seinen 51. Sommer auf der Alp. Der Älpler und Betriebsleiter der Alp Oberchäseren erinnert sich an ähnlich trockene Sommer nur in den Jahren 2003, 2015 und 2018. Futter für die hier sömmernden Tiere gibt es laut Jöhl zwar noch, aber Quellen versiegen, das Regenwasser fehlt sowieso.
Betriebe müssen "Wasserflüge" selbst berappen
"Im Moment sind wir täglich dran", sagt Jöhl auf Anfrage von Keystone-SDA am Telefon. Damit meint er, dass pro Tag drei bis fünf Flüge zur Alp durchgeführt werden. Pro Flug kann jeweils ein Tank transportiert werden. Normalerweise fasst ein solcher 1000 Liter Wasser. Wegen der Hitze und der dünnen Luft können die Tanks momentan "nur" mit 850 oder maximal 900 Litern betankt werden. Das Wasser lässt Jöhl aus eigenen Quellen auf seiner unteren Alp oder seinem Talbetrieb entnehmen.
"Das mache ich den anderen Bauern und Tieren zuliebe", sagt der Älpler. Denn die Bedingungen auf anderen Alpen oder Betrieben seien teils noch schlechter. Mittlerweile belaufen sich die Kosten für die Wassertransporte auf über 10’000 Franken. Die muss Jöhl selbst stemmen, wie er sagt.
Die bisher im Kanton stattgefundenen Flüge hätten die Alpen selbst organisiert, bestätigt der Kanton auf Anfrage von Keystone-SDA. "Der Kanton kommt nicht für diese Kosten auf." Überhaupt verfolgen die Behörden eine andere Strategie. Niederschlagsarme Zeiten könnten gemäss Klimaprognosen in Zukunft häufiger auftreten, schreibt er. Es sei entscheidend, dass sich die Alpbetriebe mit geeigneten Massnahmen auf zukünftige Trockenperioden vorbereiteten.
Kanton will Wasserversorgung auf Alpen stärken
Grundsätzlich liegt die Verantwortung für den Betrieb, für die Gesundheit der Tiere sowie für das Treffen möglicher Vorsorgemassnahmen gemäss Kanton beim Bewirtschafter der Alp. Bei diesen bestehe die Möglichkeit der Unterstützung durch den Zivilschutz.
Sollten trotzdem Mangelsituationen auftreten, könne der Kanton "unbürokratisch und rasch die erforderlichen Entnahmebewilligungen aus den dafür geeigneten Oberflächengewässern" erteilen. In den vergangenen Jahren sei jedoch darauf hingearbeitet worden, "die Alpen in der Wasserversorgung resilienter zu machen", heisst es von Seiten des Kantons weiter. "Hilfe zur Selbsthilfe durch Förderung von strukturellen Anpassungen" ist demnach die Devise.
Futterplanung ist in Schieflage
Pius Jöhl musste die ersten Tiere letzte Woche trotzdem "nach Hause" schicken. Aber auch dort dürfte die Situation schwierig bleiben. Insgesamt sei die Qualität von Futter und Wasser schlecht, sagt Jöhl. "Tausende Tiere" seien bereits krank. Mancherorts sei bereits auf die Winterrationen umgestellt worden. Ein Umstand, der dem Älpler Sorgen macht, denn das bringe die Futterplanung in Schieflage. "Das kann Monate dauern, bis sich die Lage wieder einpendelt", sagt er. Gute Lösungen seien für die Betriebe im Moment rar.
Was seine eigenen Kühe angeht, will Jöhl von Tag zu Tag und mit einem Blick in die Zisterne auf der Oberchäseren entscheiden. Er hofft auf Regen und gemässigte Gewitter. Denn: "Von Hagel haben wir auch nicht viel."

















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