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Keystone-SDA | Sonntag, 02. August 2026

Diese Funktionäre könnten Infantino herausfordern

Gianni Infantino kassiert mit dem Aus seiner Investorenpläne eine schmerzhafte Niederlage. Kann das Folgen für seine FIFA-Präsidentschaft haben? Ein Überblick über mögliche Herausforderer.

Gianni Infantino ist mit seinen milliardenschweren Investorenplänen gescheitert. Der Chef der FIFA wird nun immer heftiger attackiert. Der 56-jährige Walliser will sich eigentlich, wenn alles geordnet zugeht, beim 77. FIFA-Kongress im März nächsten Jahres in Marokkos Hauptstadt Rabat ein weiteres und letztes Mal für vier Jahre wählen lassen. Noch vor wenigen Wochen galt es als nahezu undenkbar, dass Infantino auf dem Weg zu einer neuen Amtszeit straucheln könnte. Das hat sich dramatisch geändert.

Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen für die Wahl zum FIFA-Präsidenten einreichen. Wer könnten die Herausforderer sein? Eine Auswahl:

Aleksander Ceferin (58)

Mit dem Nahkampf kennt sich der UEFA-Präsident aus. Aleksander Ceferin war früher Karate-Kämpfer. Der Rechtsanwalt aus Slowenien gibt sich gerne als Gegenentwurf zu Gianni Infantino, hat beim Europäischen Fussball-Verband aber selbst die Vermarktung vehement vorangetrieben. Quasi zum Ende seiner Amtszeit als UEFA-Boss, da er 2027 nicht mehr kandidieren will, hat Ceferin den europäischen Protest gegen seinen FIFA-Widersacher organisiert. Nach einer gewissen Zeit brauche jede Organisation "frisches Blut", sagte er Anfang 2024. Ob das auch für ihn und die FIFA gilt?

Nasser Al-Khelaifi (52)

Die 2021 von Gianni Infantino formulierte Idee einer WM im Zweijahres-Rhythmus schmetterte er nicht ab. Nasser Al-Khelaifi, Vorsitzender der mächtigen Klubvereinigung European Football Clubs (EFC/früher ECA), zeigte sich offen für eine Diskussion. Das wirkte höflich. Al-Khelaifi, seit 2011 Präsident von Paris Saint-Germain sowie unter anderem Vorstand des Sport- und Unterhaltungsnetzwerks beIN, liess bereits mitteilen, am Posten des FIFA-Chefs kein Interesse zu haben. So bleibt er vorerst Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee und Vertrauter von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Mattias Grafström (45)

Der Sohn eines Schweden und einer Niederländerin war mal Schweizer Jugendmeister im Tischtennis. Karriere machte Mattias Grafström aber als Funktionär im Fussball. Der gebürtige Schweizer wurde nach einer Interimszeit 2024 als Nachfolger der Senegalesin Fatma Samoura offiziell FIFA-Generalsekretär. Grafström ist eigentlich ein enger Vertrauter von Gianni Infantino. Medienberichten zufolge soll der Mann mit der Glatze aber angeblich die Chance auf den höchsten Posten im Weltfussball sehen.

Victor Montagliani (60)

Die WM in den USA, Kanada und Mexiko war sein Heimspiel. Victor Montagliani wurde in Vancouver geboren und stieg 2012 zum Präsidenten des kanadischen Fussball-Verbands auf. Nachdem im FIFA-Korruptionsskandal 2015 der damalige CONCACAF-Präsident Jeffrey Webb verhaftet wurde, eröffnete sich ihm die grosse Aufstiegschance. Seit 2016 schon führt Montagliani, der Carlo Ancelotti zu seinen Vertrauten zählt, den für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverband. Infantinos Investorenpläne lehnte der CONCACAF geschlossen ab.

Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (60)

2016 hatte Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa schon einmal Gianni Infantino herausgefordert. Damals setzte sich der Walliser bei der Präsidentenwahl der FIFA aber knapp gegen den Funktionär aus Bahrain durch, der sich mit Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte konfrontiert sah. Infantinos Investorenpläne lehnte der asiatische Fussballdachverband AFC, dessen Präsident Al Khalifa ist, ab. Man müsse in einen kollektiven Dialog treten und Respekt vor der Amtsführung haben, beschied Al Khalifa.

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