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Ein Nationalfeiertag voller Farben und Emotionen
Lausanne war am Samstag, dem Schweizer Nationalfeiertag, Start- und Zielort der 1. Etappe der Tour de France Femmes. Der 1. August war in der Olympischen Hauptstadt noch nie so international wie 2026.
Noch nie wehten an einem Schweizer Nationalfeiertag so viele ausländische Fahnen wie an diesem Samstag, an dem die Tour de France Femmes 2026 in Lausanne begann. Dabei waren längst nicht nur französische Farben zu sehen. Niederländer, Belgier, Polen und viele weitere Nationen verwandelten die Seepromenade in Ouchy, wo sich der Starthub befand, in einen internationalen Treffpunkt ganz im Zeichen der Tour.
Die Tour de France bietet ihren Gastgebern traditionell eine einzigartige Bühne. Die Landschaften, Regionen und Städte entlang der Strecke rücken weltweit in den Fokus. Die Tour der Männer zählt zu den drei weltweit meistbeachteten Sportveranstaltungen und ist eine enorme Werbung für die Austragungsorte.
"Die Reise unseres Lebens"
Auch die Schweiz und insbesondere Lausanne profitierten erneut von dieser Aufmerksamkeit - nach dem letzten Besuch der Männer-Tour im Jahr 2022.
Mandy und Stuart, ein pensioniertes Ehepaar aus Australien, reisten eigens nach Lausanne. Dank einer spezialisierten Reiseagentur verfolgen sie sämtliche Etappen und legen die Distanzen teilweise selbst mit dem Velo zurück. "Wir waren auch schon bei der Männer-Tour dabei", erzählt Mandy, die eine australische Flagge um die Schultern trägt. "Das Schöne ist, dass wir nicht nur den Sport erleben, sondern gleichzeitig die Orte entdecken, durch die die Tour führt. Das ist die Reise unseres Lebens."
Nach dem Grand Départ der Männer in Barcelona boten die Ufer des Genfersees den perfekten Rahmen für den Auftakt der Frauen-Tour. "Die Schweiz ist wunderschön", schwärmt Mandy, ein grosser Fan der Australierin Amanda Spratt. "Wir leben mitten in Australien, in der Wüste. Die Berge und der See hier sind einfach unglaublich."
Wenige Meter entfernt verfolgt der Tessiner Fabrizio die Präsentation der 147 Fahrerinnen auf der Bühne des Starthubs. Zwar hat er deutlich weniger Kilometer zurückgelegt als die beiden Australier, beeindruckt ist er dennoch. "Ich bin überrascht, wie viele Menschen hier sind, ja fast schon schockiert. Diese Energie und diese Atmosphäre sind grossartig."
Die Tour begeistert auch die Jüngsten
Zum Starthub der Tour gehören auch die zahlreichen Stände der Sponsoren. Besonders bei den Kindern sind sie beliebt, die geduldig Schlange stehen, um am Glücksrad kleine Preise zu gewinnen.
Zu ihnen gehören Owen (8) und Liam (5), die mit ihren Eltern aus England angereist sind. Der Anlass ist für die Familie weit mehr als ein Ferienprogramm. "Wir haben im vergangenen Jahr drei Etappen besucht und es hat uns so gut gefallen, dass wir dieses Jahr wiedergekommen sind", sagt Mutter Katrina. "So können wir unsere Ferien mit der Tour verbinden. Wir schauen uns die ersten zwei oder drei Etappen an und bleiben danach noch in der Region."
Die Familie ist Fan von Pfeiffer Georgi, einer der drei britischen Fahrerinnen des niederländischen Teams Picnic PostNL.
"Die Schweiz hinkt keineswegs hinterher"
Fans aus aller Welt, die ihre Lieblingsfahrerinnen anfeuern: Lausanne stand am Nationalfeiertag ganz im Zeichen eines Frauenradsports, dessen Popularität stetig wächst.
"Das Interesse ist in den vergangenen Jahren deutlich grösser geworden", bestätigt Dominique Ryo, Vater der französischen Fahrerin Titia Ryo. "Früher musste man im Starthub nie anstehen. Heute verzichten wir oft darauf, weil es so viele Leute hat."
Stattdessen wartet die Familie Ryo, mit Fischerhüten und T-Shirts in den Farben ihrer Tochter, entlang des Weges zur Bühne, wo die Fahrerinnen ihren Fans besonders nahekommen.
"Letztes Jahr begann die Tour in der Bretagne, und ich habe das Gefühl, dass hier genauso viele Menschen sind. Die Schweiz hinkt keineswegs hinterher. Man sieht unheimlich viele Velos - und vor allem sehr viele Frauen auf dem Rad."
Marlen Reusser tief bewegt
So feierte am 1. August nicht nur die Schweiz ihren Nationalfeiertag, sondern auch der Frauenradsport. Der "Grand Départ Suisse" begeisterte, inspirierte und brachte Menschen aus aller Welt zusammen.
Für Marlen Reusser war der Heimstart ein besonderer Moment. "Ich bin sehr gerührt, es sind so viele Menschen hier", sagte die Bernerin sichtlich bewegt und den Tränen nahe nach der Teampräsentation auf dem Podium in Ouchy. "Ich freue mich schon lange darauf. Jetzt, wo ich diese Menschenmenge und diese Energie sehe, ist das einfach unglaublich emotional." Für Reusser war der Auftakt der Tour "eine wunderbare Art, den Nationalfeiertag zu feiern".

















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