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Leichtathletik-EM
Keystone-SDA | Mittwoch, 12. August 2026

Simon Ehammer steht nach Silber vor wegweisendem Entscheid

Simon Ehammer ist ein Medaillen-Garant, ob im Siebenkampf, im Zehnkampf oder wie nun an der EM in Birmingham mit Silber im Weitsprung. Doch mit Blick auf die Zukunft muss er einen Entscheid treffen.

"Über eine Silbermedaille muss man sich freuen", betonte der erfolgsverwöhnte Appenzeller. Angesichts der Vorgeschichte habe sie sogar einen süssen Beigeschmack. Der 26-Jährige war nach einer auskurierten Zerrung im Oberschenkel und einer längeren Wettkampfpause erst am Montag in der Qualifikation ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt. Die Verletzung hatte er gerade noch rechtzeitig überwunden. "Die Qualifikation war erlösend. Ich wusste, dass ich nun voll angreifen kann", erwähnte er. Mit 8,29 im Gegenwind zeigte er eine tolle Weite, der Dominator Miltiadis Tentoglou (8,44 m) war letztlich stärker.

Ehammer ist ein Allrounder, der drei Disziplinen auf Weltklasse-Niveau bestreitet. Bis zu diesem Frühling galt: Seine Paradedisziplin ist der Siebenkampf, in dem er den Weltrekord hält. In zweiter Linie ist er Weitspringer und erst in dritter Zehnkämpfer, weil ihn in seiner Lieblingsdisziplin Schwächen in einigen Wurfdisziplinen und im 1500-m-Lauf zurückbinden.

Seit Götzis 2026 hat sich dies geändert. Mit dem Schweizer Rekord von 8778 Punkten erreichte er ein Niveau, mit dem er an jedem Grossanlass eine Medaille gewinnen kann, auch an Olympischen Spielen. Dasselbe gilt allerdings auch für seine Bestmarke von 8,51 m im Weitsprung. Diese Ausgangslage verschärft die Qual der Wahl zusätzlich. Denn seit der WM 2025 in Tokio ist klar, dass an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles die Kräfte nicht für beide Disziplinen reichen.

Welche Disziplin wird Olympia-Disziplin sein?

Deshalb sinnierte er gegenüber CH Media: "In welcher Disziplin stehe ich beim Karriere-Highlight 2028 am Start? Der Entscheid auf diese Frage soll kommenden Winter fallen." Obwohl er in beiden Disziplinen Weltklasse sei, müsse er immer wieder kleine Kompromisse eingehen. "Als reiner Weitspringer würde ich nie so viel Umfang trainieren und auch vier bis fünf Kilo Körpergewicht verlieren. Auch als reiner Mehrkämpfer würde mein Training anders aussehen."

Noch ist nicht Winter. Ehammer hat nun für den Rest der Saison als Weitspringer weiterhin Zeit, sich Gedanken zu machen. Nach der EM warten die Heimauftritte in Lausanne und Zürich sowie je nach Leistungen die Starts beim Diamond-League-Final in Brüssel und im September bei der Premiere der Ultimate Championships in Budapest. Mit einem frühen Entscheid für 2028 will er dann signalisieren, dass es auf dem Weg zum Traumziel Olympiasieg bei der Trainings- und Wettkampfplanung keine Kompromisse geben wird, damit er in Los Angeles sein maximales Potenzial ausschöpfen kann.

Platz 4 darf sich sehen lassen

Ditaji Kambundji, die zweite Schweizer Finalistin am Dienstagabend in Birmingham, trat als Viertplatzierte vor das SRF-Mikrofon.

Mit ihrem Start waren sowohl Unsicherheiten als auch Hoffnungsschimmer verbunden. Die Bernerin nutzte die Hoffnungsschimmer. Platz 4 mit zwei Hundertsteln Rückstand auf Bronze schmerzt, weil es äusserst knapp war. Angesichts ihrer Vorgeschichte ist diese Leistung aber ein Erfolg.

Die gesundheitlichen Probleme mit dem Hamstring bekam sie zwar noch in den Griff, doch sie hatten sie letztlich die entscheidenden Trainings gekostet. Dies konnte sie beinahe mit der Kambundji-Fähigkeit wettmachen: Wenn es zählt, wird geliefert. "Hey, ich habe mich wieder an die europäische Spitze vorgekämpft. Klar ist man enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat. Das Ganze gibt mir aber Selbstvertrauen. Ich habe extrem viel gelernt", bilanzierte sie.

Sie wusste, dass sie mit der eingeschränkten EM-Vorbereitung nahezu das Beste herausgeholt hatte. Als Weltmeisterin, die sich an der EM 2022 und 2024 bereits Bronze und Silber umhängen liess, konnte sie Platz 4 wohl leichter akzeptieren als andere.

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