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Keystone-SDA | Mittwoch, 12. August 2026

Nina Brunner und Tanja Hüberli überraschen sogar sich selber

Mit dem Turniersieg am Sonntag in Hamburg holt sich das Beachvolleyball-Duo Nina Brunner/Tanja Hüberli viel Selbstvertrauen für die EM. Im Comeback-Jahr läuft es besser als erwartet.

Der Paukenschlag überrascht sogar Nina Brunner und Tanja Hüberli selber. "Dass wir gleich im ersten Jahr unseres gemeinsamen Comebacks bei einem Elite16-Turnier gewinnen, hätten wir nicht erwartet", betont Hüberli. Und Brunner fügt hinzu: "Das ist alles andere als selbstverständlich."

Beide wussten nicht, wie schnell sie wieder zu ihrer Topform finden würden. Nach dem Gewinn der angestrebten Olympiamedaille in Paris hatte sich Nina Brunner eine Auszeit genommen und war im Juni vor einem Jahr erstmals Mutter geworden. Hüberli musste sich nach einer Fussverletzung zurückkämpfen. "Wir sind schon mit einem rechten Handicap in diese Aufgabe gestartet", meint sie gegenüber Keystone-SDA lachend. "Ein Vorteil war das bestimmt nicht. Aber es hat sicher geholfen, dass niemand Stress hat."

"Nicht zu sehr auf ein Resultat fokussieren"

Das Fernziel, weshalb sich das Erfolgsduo aus den Kantonen Zug und Schwyz wieder zusammengetan hat, sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Es lief jedoch gleich von Anfang sehr gut. In Saquarema erreichten Brunner/Hüberli den 3. Platz, in Brasilia und Gstaad waren es die Viertelfinals, in Ostrava die Achtelfinals. "Da spielten wir überhaupt nicht so, wie wir wollten", zeigt sich Brunner selbstkritisch.

Generell sei es eine ihrer Stärken, dass sie sich "nicht zu sehr auf ein Resultat fokussieren", sondern konstant schauen würden, wo sie sich verbessern könnten. Mit dem Auftritt in Hamburg waren aber auch die Innerschweizerinnen auf der ganzen Linie zufrieden. "Unglaublich", sagt Tanja Hüberli strahlend. "Wir sind überwältigt. Vom Turniersieg, aber auch von unserer Leistung." Nina Brunner stellt fest: "Wir sind wieder mittendrin in der Weltspitze."

"Noch nicht auf Olympia-Niveau"

Hüberli erinnert daran, dass ein solcher Sieg auf höchstem Niveau alles andere als selbstverständlich sei. "Es ist nicht so, dass wir schon viele davon gewonnen haben." Das sei nicht "Business as usual". "Das erste haben wir ja erst 2024 gewonnen, und auch dafür mussten wir extrem hart arbeiten." Insgesamt triumphierten sie in Hamburg zum dritten Mal auf dieser Stufe.

Dennoch sieht die Schwyzerin aus Reichenburg sich und ihre Partnerin noch nicht auf dem gleichen Niveau wie bei der Olympia-Bronzemedaille unter dem Eiffelturm vor zwei Jahren. "Schon noch nicht ganz", glaubt sie. Es gebe zwar Dinge, die vielleicht sogar besser seien. "Die Erfahrungen mit den grossen Anlässen, die wir gemacht haben, mit der Medaille, das kann einem eine gewisse Ruhe in den entscheidenden Momenten geben." Verbesserungsmöglichkeiten sehen die beiden vor allem noch im Side Out, wenn es darum geht, die "Pflichtpunkte" bei gegnerischem Aufschlag zu gewinnen.

Der Sieg in Hamburg brachte natürlich ein bisschen Stress mit sich. Die Pause bis zum Start der EM in Polen am Mittwoch war kurz. Am Montag reisten Brunner, Hüberli und ihr Team via Danzig nach Stare Jablonki. Immer mit dabei: das gut einjährige Töchterchen Mila. In Europa sei das Reisen ein bisschen einfacher, sagt die Mutter zufrieden. Alles ein bisschen vertrauter. So verzichteten sie vor Hamburg auf eine zweite Südamerika-Reise zum Turnier in Rio. Im Nachhinein eine perfekte Planung.

"Mega Freude an einem Kind"

Grundsätzlich ist die kleine Familie aber bestens aufgestellt. Der Papa, der ehemalige Eishockeyprofi Damien Brunner, ist immer mit dabei. Es sei nicht so, dass die Turniere sich speziell um Kindern kümmern würden, wie das im Tennis bei der WTA zunehmend der Fall ist. Doch: "Die Leute sind sehr offen, und es ist eine recht ungezwungene Atmosphäre", erzählt Nina Brunner. "Es haben eigentlich alle mega Freude an einem Kind und ich habe nie das Gefühl, dass sie stört, zum Beispiel im Training." Auf Stare Jablonki in der masurischen Seenlandschaft freuen sich die beiden sowieso. "Es ist ein schöner Ort, ein bisschen Ferienfeeling", sagt Hüberli.

Ab Mittwoch steht aber natürlich der Sport im Mittelpunkt. Zweimal - 2021 und 2023 - waren die beiden schon zusammen Europameisterinnen, zweimal holten sie Silber. Zuvor hatte Hüberli bereits eine Silbermedaille geholt (mit Tanja Goricanec). "Wenn man gerade ein Elite16-Turnier gewonnen hat, haben einen die anderen sicher auf der Liste für die Medaillen", meint Tanja Hüberli schmunzelnd. Selber hätten sie noch nicht gross über die Ziele gesprochen. So, wie es ja zuletzt hervorragend funktioniert hat.

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