Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Ein Wiedersehen nach 16 Jahren
Wie schon 2010 eröffnen Mexiko und Südafrika die Fussball-Weltmeisterschaft. Alles andere als ein Sieg des Co-Gastgebers wäre eine grosse Überraschung.
Ein Zuspiel in den Lauf, dann der perfekte, wuchtige Abschluss. Der Ball schlägt im oberen rechten Toreck ein. Die Spieler in ihren kanariengelben Shirts reihen sich bei der Eckfahne zum Torjubel auf und zelebrieren den Führungstreffer, untermalt mit dem Gedröhne von tausenden Vuvuzelas. Siphiwe Tshabalalas Tor bringt dem Gastgeber Südafrika jedoch nicht den erwünschten Sieg im Eröffnungsspiel der WM 2010. Am Ende heisst es 1:1. Während Uruguay und Mexiko später in die K.o.-Phase einziehen, ist das Turnier für Südafrika und überraschend auch für Frankreich bereits nach der Vorrunde zu Ende.
Auf den Tag genau 16 Jahre später bestreiten Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion von Mexico City erneut das Eröffnungsspiel der Fussball-WM. Alles andere als ein Sieg von "El Tri" würde die Stimmung im Gastgeberland merklich dämpfen. Die Vorzeichen für die Heimfans stehen gut. Südafrika hat zwar in der Qualifikation Nigeria hinter sich gelassen, ist in diesem Jahr jedoch noch ohne Sieg - und dies bei Gegnern wie Jamaika, Kamerun, Nicaragua und Panama.
Auf der anderen Seite sind die Mexikaner in diesem Jahr noch ungeschlagen. Vor und nach den beachtlichen Unentschieden gegen die WM-Mitfavoriten Portugal und Belgien reihte das Team von Javier Aguirre drei Siege aneinander.
Drogenkrieg und Lehrer-Proteste
Es scheint so, als könnten einzig die Mexikaner selbst ihre Mannschaft von einem erfolgreichen Auftakt in das Heimturnier abhalten. Im vom Drogenkrieg gebeutelten Land streikten im Vorfeld der WM Lehrerinnen und Lehrer. Sie fordern höhere Löhne und den Verzicht auf eine Rentenreform und verliehen ihrem Unmut Ausdruck, indem sie am Dienstag in der Hauptstadt in der Nähe der Fanzone campierten und die Zufahrt zum Stadion blockierten.
Staatschefin Claudia Sheinbaum sprach von einer "Provokation" und versicherte, dass das Eröffnungsspiel am Donnerstag trotz der Proteste "garantiert" stattfinden werde.
Der gleiche Trainer wie 2010
Von den Gegebenheiten lassen sich die Gastgeber nicht beunruhigen. Zu routiniert ist der Trainerstab um Aguirre, der in seiner dritten Amtszeit bei den Mexikanern ist. Bereits 2010 stand er an der Seitenlinie, als Rafael Marquez gegen Südafrika den Ausgleich zum 1:1 realisierte. Der einstige Spieler von Weltformat, der mit Barcelona grosse Erfolge feierte, steht Aguirre als Co-Trainer zur Seite und wird den 67-Jährigen nach der WM beerben.
Das ist aber Zukunftsmusik. Vorerst gilt die volle Konzentration dem Eröffnungsspiel auf über 2200 Metern über Meer.

















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