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Erster Grand-Slam-Titel für Zverev
Alexander Zverev gewinnt mit 29 Jahren seinen ersten Grand-Slam-Titel. Die deutsche Weltnummer 3 setzt sich im Final des French Open gegen Flavio Cobolli 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 durch.
Zverev, dem in der Vergangenheit oft die Nerven einen Strich durch die Rechnung machten, stand nach 4:16 Stunden und einem verschlagenen Smash Cobollis beim zweiten Matchball als Sieger fest. Mit 29 Jahren beendete Deutschlands langjährige Nummer 1 damit eine jahrelange Zitterpartie. Seine ersten drei Grand-Slam-Finals hatte der Bruder und Sohn der Ex-Profis Mischa und Alexander Zverev Sr. seit 2020 verloren. Die grössten Erfolge waren bislang die zwei Triumphe an den ATP Finals (2018, 2021) und der Olympiasieg 2021.
"Dieser Platz ist in vielen Belangen ein ganz spezieller für mich. Hier hatte ich meine schönsten Momente und meine schlimmsten Momente. Hier verletzte ich mich vor vier Jahren schwer (schwere Bänderverletzung im Halbfinal gegen Rafael Nadal - die Red.), hier verlor ich den Final vor zwei Jahren. Und jetzt stehe ich als Grand-Slam-Sieger hier", sagte Zverev im Sieger-Interview.
Vor den Augen vieler Stars, unter ihnen Musiker Lenny Kravitz und Oscar-Gewinner Rami Malek, wirkte Zverev auch in seinem vierten Grand-Slam-Final phasenweise blockiert. Doch gegen den über die ganze Partie gesehen zu fehlerhaft spielenden italienischen Final-Debütanten Cobolli (ATP 14) reichte dem klaren Favoriten eine durchschnittliche Leistung zum Sieg - nicht zuletzt, weil ihn die körperliche Erschöpfung schliesslich wieder zu einer offensiveren Spielweise zwang und weil ihm Cobolli im dritten Satz das Break zum 6:4 auf dem Silbertablett servierte.
Erinnerungen an 2020 und 2024
Zverev wurde seiner Favoritenrolle im ersten Grand-Slam-Final ohne Beteiligung und Sieg von Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz seit zweieinhalb Jahren gerecht, obwohl er in alte Muster verfiel. Der erste Satz, den Zverev mit einem Break eröffnete und nach etwas mehr als einer halben Stunde im Trockenen hatte, war noch eine klare Sache. Danach wurde der Deutsche wiederholt wieder zu passiv.
Später als von vielen Experten erwartet, kürte sich der 1,98 m grosse Athlet mit dem starken ersten Aufschlag und der grossen Reichweite gleichwohl zum dritten deutschen Grand-Slam-Sieger in der Open Era nach Boris Becker (80er- und 90-Jahre) und Michael Stich (Wimbledon 1991). Am French Open hatten als Deutsche bislang einzig Gottfried Von Cramm und Henner Henkel, beide in den 1930er-Jahren lange vor der Profi-Ära (ab 1968), triumphiert.
In seinen vorangegangen Grand-Slam-Finals hatte Zverev gegen Dominic Thiem, Alcaraz und Sinner wie seinerzeit Andre Agassi, Ivan Lendl und Andy Murray jeweils das Nachsehen. Gegen Thiem gab er am US Open 2020 eine 2:0-Satzführung aus der Hand, gegen Alcaraz am French Open 2024 eine 2:1-Satzführung.
Cobollis Gratwanderung
Cobolli, der im Halbfinal vom Forfait seines Landsmanns Matteo Arnaldi profitiert hatte, begann seinen ersten Grand-Slam-Final nervös. Zwar steigerte er sich und profitierte von Zverevs Schwächen, übers Ganze zahlte sich die Gratwanderung zwischen Risiko und zu viel Risiko aber nicht aus. Im letzten Satz ging ihm zudem der Schnauf aus. "Ich war nahe dran und bin enttäuscht. Aber wenn mich einer fragt, wer den Titel mehr verdient hat, dann werde ich immer sagen: du", sagte Cobolli an der Siegerzeremonie an die Adresse von Zverev.
Trösten kann sich der 24-jährige Cobolli, der bis zum Alter von 14 Jahren auch ambitioniert Fussball spielte und zur Jugendakademie der AS Roma gehörte, mit dem erstmaligen Vorstoss in die Top 10 der Weltrangliste. Die neue italienische Nummer 2 hinter dem Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner und vor den weiteren Top-20-Spielern Lorenzo Musetti und Luciano Darderi verbessert sich vom 14. auf den 10. Platz.

















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