Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
"Es war wichtig, das Geschwätz von aussen auszublenden"
Der Sieg gegen Bosnien-Herzegowina ist nach der Kritik zum Auftakt ein Befreiungsschlag für das Schweizer Nationalteam. So äussern sich Murat Yakin und Granit Xhaka zur Anspannung im Vorfeld.
Nachdem sie sich bei den Fans bedankt hatten, bildeten die Schweizer Spieler auf dem Rasen einen grossen Kreis. Granit Xhaka ergriff das Wort, und es ist fraglich, ob seine Ansprache im lauten Stadion bei allen Teamkollegen ankam. Doch auch wer nicht alles verstand, konnte an seiner Körpersprache erkennen: Der Captain war stolz und genoss es, den Sieg gemeinsam mit seinen Mitspielern zu feiern - insbesondere nach seiner zuletzt deutlichen Kritik an den Leistungen der Mannschaft.
Diese Kritik ist offenbar nicht überall gut angekommen. So berichtete der "Blick", Xhaka wirke auf einige Mitspieler "zu negativ", wenn nicht sogar "toxisch".
Im Interview mit dem SRF räumte Xhaka ein, dass ihn diese Vorwürfe nicht kaltgelassen hätten. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es zu einem Ohr rein und zum anderen wieder rausgegangen ist", sagte er und ergänzte: "Es tut weh, weil es Dinge gibt, die ich nicht verstanden habe." Umso wichtiger sei es für ihn gewesen, die Antwort auf dem Platz zu geben.
Das gelang ihm mit einer engagierten Leistung. Xhaka verzeichnete die meisten Ballkontakte aller Spieler und erzielte zum Schluss per Penalty auch noch ein Tor. Beim Jubel richtete er eine Botschaft an seine Kritiker: Mit einer "Bla-bla-Geste" signalisierte er unmissverständlich: "Lasst sie reden."
Darauf angesprochen erklärte Trainer Murat Yakin, er habe vor dem Abschlusstraining noch mit seinem Captain gesprochen. "Ich habe ihm gesagt, dass es wichtig ist, das Geschwätz von aussen auszublenden." Xhaka solle seine Energie lieber voll auf das Training und das Spiel konzentrieren. "Heute ist er als Leader auf dem Platz gestanden, war immer anspielbar, präsent in den Zweikämpfen und hat viele Offensivaktionen eingeleitet."
So sei Granit Xhaka: Auf Kritik reagiere er mit Leistung.
Der Captain räumte ein, dass er die Reibung vielleicht sogar ein Stück weit brauche und bewusst provoziere. "Am Schluss ist mir aber wichtig, dass die Mannschaft hinter mir steht und wir gemeinsam auftreten." Gleichzeitig verwies der Rekordspieler auf seine mittlerweile 148 Länderspieleinsätze und betonte: "Für diese Farben, für diese Nation: Da steckt purer Stolz dahinter."

















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar