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Keystone-SDA | Dienstag, 29. September 2026

FIFA wehrt sich gegen "Desinformations-Kampagne"

Der Konflikt zwischen der FIFA und der UEFA geht in eine weitere Runde. Die Verantwortlichen des Weltverbandes werfen den Zuständigen des Kontinentalverbandes eine "Desinformations-Kampagne" vor.

Die "Kampagne" dreht sich um den von der UEFA beantragten Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit Gianni Infantinos letztlich gescheitertem Ansinnen, Anteile von Weltmeisterschaften an Investoren zu veräussern. Dies geht aus einem nun veröffentlichten Schreiben an ein Gericht in Florida hervor.

In dem 26 Seiten umfassenden Schreiben fordert die FIFA das Gericht in Florida auf, den Antrag der UEFA zurückzuweisen. Die FIFA argumentiert, dass das Ziel der UEFA darin bestehe, das Ergebnis der FIFA-Präsidentschaftswahl am 18. März kommenden Jahres zu beeinflussen, für die Infantino derzeit der einzige Kandidat ist.

"Schikane der UEFA"

"Die UEFA handelt in der Absicht, uns zu schikanieren, und nicht aufgrund eines legitimen Ermittlungsbedarfs", behauptet die FIFA und wirft Europas Verband "böswilliges Handeln" vor.

Ende August ebnete die UEFA, deren Präsident Aleksander Ceferin die Kampagne gegen Infantino anführt, den Weg für eine Klage wegen "illoyaler Geschäftsführung" gegen den FIFA-Präsidenten. Auf dieses Vergehen stehen bis zu fünf Jahre Haft - vorausgesetzt, Infantino hat den Interessen der FIFA vorsätzlich geschadet. Die UEFA reichte in Florida Klage ein, um die amerikanischen Tochtergesellschaften des Verbandes zur Herausgabe von Dokumenten zu zwingen. Diese Dokumente beziehen sich auf Infantinos Ansinnen, die Einnahmen von Weltmeisterschaften in ein für private Investoren offenes Unternehmen zu investieren. Infantino hatte diesen Plan, der angesichts der harschen Kritik letztlich verworfen wurde, aufgegeben.

In ihrem 60 Seiten starken Antrag präzisierte die UEFA, dass das Ziel die Unterstützung eines später vor Schweizer Gerichten eingeleiteten ausländischen Gerichtsverfahrens gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre und -Berater sei.

"Falsche und irreführende Behauptungen"

Laut FIFA enthält das UEFA-Dossier zahlreiche falsche oder irreführende Behauptungen über die FIFA und Infantino. "Ohne jegliche Grundlage unterstellt die UEFA Herrn Infantino, er habe sich durch seinen Vorschlag, die Weltmeisterschaften für private Investoren zu öffnen, persönlich bereichern wollen."

Die Reaktion der FIFA ist die jüngste Episode in der Krise, die den Weltverband seit diesem Sommer mit der UEFA und anderen Konföderationen wie der CONCACAF (Nord-, Mittelamerika und Karibik) und der AFC (Asien) in Konflikt bringt. Diese Konföderationen fordern eine Reform der Führungsstrukturen, einige fordern sogar den Rücktritt Infantinos.

Vor zehn Tagen forderten Ceferin und CONCACAF-Präsident Victor Montagliani die FIFA auf, jedem ihrer 211 Mitgliedsverbände "mindestens zehn Millionen Dollar" aus den FIFA-Reserven auszuzahlen, die sie auf "rund sechs Milliarden Dollar" schätzten.

Infantino reagierte und signalisierte in einem Schreiben an die Präsidenten der sechs Konföderationen Gesprächsbereitschaft in Bezug auf eine bessere Verteilung der Ressourcen des Verbandes - ohne jedoch "die Höhe der entsprechenden Summe vorwegzunehmen".

Darüber hinaus schlug der FIFA-Präsident vergangene Woche eine Konsultation mit den Verbänden zur Reform der Verbandsabläufe vor und versprach, die Vorschläge auf der nächsten Sitzung des FIFA-Rats am Donnerstag, 15. Oktober, zu prüfen.

Der italienisch-schweizerische Präsident ist weiterhin der einzige Kandidat für seine Nachfolge als FIFA-Präsident. Bewerbungsschluss ist am Mittwoch, 18. November.

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