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Fliegender Wechsel an der Bande einen Monat vor der Heim-WM
Am Donnerstag und Freitag hätte Patrick Fischer gegen die Slowakei in seine letzte Mission als Nationaltrainer starten sollen. Doch der Sturm aufgrund seiner Urkundenfälschung war zu heftig.
Die Mannschaft befindet sich am Dienstag gerade im Bus kurz vor Topolcany, einer Stadt mit knapp 24'000 Einwohnern in der Slowakei, als die Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit Patrick Fischer telefoniert. Es hätte für den 50-Jährigen der Auftakt zur letzten Mission als Nationaltrainer werden sollen - nach der Heim-WM im Mai in Zürich und Freiburg hätte er nach mehr als zehn Jahren im Amt ohnehin aufgehört.
Der Konjunktiv verrät es. Am Mittwochabend gab der Verband bekannt, dass Fischer per sofort freigestellt ist. Dem 50-Jährigen wurde zum Verhängnis, dass er vor den Olympischen Spielen 2022 in Peking ein Covid-Zertifikat gefälscht hatte, woraufhin er im Juli 2023 wegen Urkundenfälschung verurteilt wurde. Da SRF einen Beitrag darüber machen wollte, gab er das Vergehen am Montagabend zu und entschuldigte sich. Der Verband wollte zunächst noch an ihm festhalten, letztendlich wurde der Druck jedoch zu gross. Fischer hatte am Telefon noch gesagt, dass er schon öfter einen Sturm erlebt habe. Dieser war nun allerdings zu heftig.
Zwei Neulinge im Team
So übernimmt per sofort der bisherige Assistent Jan Cadieux vorzeitig das Amt als Headcoach - er hätte Fischer ohnehin beerbt. Er kann in den Testspielen gegen die Slowakei am Donnerstag und Freitag auf viel Routine zählen - zehn Spieler aus dem Team haben schon mindestens einmal WM-Silber gewonnen.
Mit dem 19-jährigen Niklas Blessing und dem 21-jährigen Miles Müller sind auch zwei Nationalmannschafts-Neulinge dabei. Das Ziel ist es, sofort wieder die Gewohnheiten zu etablieren, also mit Tempo und Intensität zu agieren. Die Resultate stehen vorerst noch nicht im Hauptfokus, es gilt zu wachsen.
Wohl viele NHL-Spieler an WM dabei
Ohnehin dürften nur wenige aus dem aktuellen Aufgebot an der WM spielen. Einerseits fehlen noch die Kandidaten von den Halbfinalisten der National League, andererseits präsentiert sich die Situation, was die Spieler aus der NHL betrifft, vielversprechend. Roman Josi, Nico Hischier, Timo Meier, Jonas Siegenthaler, Nino Niederreiter, Pius Suter und Philipp Kurashev haben mit ihren Mannschaften die Playoffs verpasst. Zudem besitzen alle mit Ausnahme von Kurashev einen Vertrag für die nächste Saison. Sind sie gesund, dürfte einer WM-Teilnahme nichts im Weg stehen.
Auch Janis Moser und Akira Schmid könnten noch ein Thema werden, wenn sie mit den Tampa Bay Lightning respektive den Vegas Golden Knights in den Playoffs früh ausscheiden. Mit Kevin Fiala kann für die Heim-WM nicht gerechnet werden, der Topstürmer der Los Angeles Kings hat sich im Februar an den Olympischen Winterspielen den Unterschenkel gebrochen. Er war zwar schon ein paar Mal auf dem Eis, aber er ist noch weit weg von einer Rückkehr. Auch wenn er rechtzeitig fit werden sollte und die Kings ausscheiden, dürfte Fiala kaum eine Freigabe erhalten.
















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