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Keystone-SDA | Mittwoch, 15. Juli 2026

Frankreich schlägt im Halbfinal gegen Spanien hart auf

Der Titeltraum ist geplatzt. Frankreich spielt an der WM zum Abschied von Trainer Didier Deschamps nur noch um Platz 3. Die Chancenlosigkeit gegen Spanien überrascht. Und hat mehrere Gründe.

Kylian Mbappé versuchte mit leerem Blick, die Bruchlandung der französischen Offensiv-Zauberer an dieser Fussball-WM zu erklären. "Wir waren nicht auf dem Niveau, in den Final zu kommen", räumte der Superstar der Équipe Tricolore offen ein. Trainer Didier Deschamps wirkte nach dem Abpfiff kurz wie versteinert, ehe er die Dinge einordnete.

Die Enttäuschung ist gewaltig bei den Franzosen, für die es nach der verdienten 0:2-Niederlage im Halbfinal gegen Spanien nun nicht mehr um den goldenen Pokal geht. Les Bleus werden nun im Spiel um Platz 3 versuchen, ihrem scheidenden Coach einen würdigen Abschied zu bereiten. "Weil er das verdient", sagte Mbappé. "Und weil die Fans es verdienen."

Hinter den Ansprüchen

Dem Anspruch des zweimaligen Weltmeisters entspricht es aber nicht, dass er am Samstag (23.00 Uhr) nur den kleinen Final in Miami Gardens bestreitet. Und eben nicht am Sonntag den grossen in East Rutherford. Wo viele Experten diese Ballvirtuosen schon gewähnt hatten.

"Ich bin sehr stolz auf alles, was wir mit der Nationalmannschaft erreicht haben", sagte Deschamps, dessen Amtszeit nach diesem Turnier endet und dessen Nachfolger Berichten zufolge der frühere französische Weltfussballer Zinédine Zidane werden soll. Seit 2012 betreut Deschamps die Équipe Tricolore. Fast hätte er sie zum dritten Mal nacheinander in einen WM-Final geführt. Doch nach dem gewonnenen Endspiel 2018 und dem verlorenen vor vier Jahren gibt es zumindest unter seiner Leitung erst mal kein weiteres mehr für Frankreich.

"Ich habe viele schöne Momente erlebt", meinte Deschamps. Diesmal sei "nicht so ein Moment" gewesen. Was einerseits an gewohnt defensivstarken Spaniern lag - und andererseits an den überraschend harmlosen Franzosen.

Ballkünstler zu fehlerhaft

Mbappé, der an dieser WM schon acht Tore erzielt hat, wehrte sich nach Kräften gegen das Aus des grossen Titelfavoriten. Ousmane Dembélé oder Michael Olise bekamen von den Spaniern, die im Turnier erst ein Gegentor kassiert haben, aber gnadenlos die Grenzen aufgezeigt. Phasenweise wirkten die Franzosen selbst überrascht, wie chancenlos sie gegen den Europameister waren. "Es ist ein Team, das es liebt, den Ball und das Spiel zu kontrollieren, und das haben wir ihnen erlaubt", sagte Mbappé.

"Spanien hat gut verteidigt", erklärte Deschamps. Sein eigenes Team habe aber auch zu viele technische Fehler gemacht. "Die Enttäuschung ist gross", sagte der eingewechselte Rayan Cherki. Auch so ein Ballvirtuose der Franzosen, der an diesem Dienstag in Arlington völlig ins Leere geflogen war.

16 Tore hatten Les Bleus in den vorangegangenen sechs WM-Partien erzielt. Die Fussball-Welt staunte. Nicht, weil die Franzosen jeden ihrer Gegner nach Belieben dominiert hätten. Aber weil Mbappé, Dembélé, Olise und Co. manchmal schon wenige Traumkombinationen reichten, um die gegnerische Defensive zu zerlegen und so für magische Momente zu sorgen.

Merkwürdiger Seitenhieb

Ob sie angesichts all dieser Bewunderung womöglich etwas übermütig ins Spiel gegen Spanien gegangen wären, wurde Maxence Lacroix hinterher gefragt. Nein, versicherte der Verteidiger, der für den angeschlagenen William Saliba eingewechselt worden war. Man habe die Iberer respektiert. "Wir waren heute nicht auf unserem höchsten Level", sagte er. Nicht mal auf dem zweithöchsten, möchte man meinen. Und gegen Spanien, das seinen zweiten WM-Titel holen kann, ist das eben auch für Frankreichs Ballkünstler zu wenig.

"Glauben Sie, dass der Schiedsrichter gut genug war, um einen Halbfinal zu leiten?", fragte Deschamps nach der Partie noch. Manche Entscheide seien "fragwürdig" gewesen, meinte er. Jene, die zum Penalty und dem 1:0 der Spanier durch Mikel Oyarzabal in der 22. Minute geführt hatte, gehört jedenfalls nicht dazu.

Auch sonst pfiff Referee Ivan Barton aus El Salvador die Franzosen nicht aus dem Turnier. Bei Spaniens 2:0 durch Pedro Porro (58.) hatten sie sich von einem einfachen Doppelpass komplett aushebeln lassen. Aus der Zauber. Stattdessen gab es die Bruchlandung der Ballvirtuosen.

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