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Keystone-SDA | Donnerstag, 25. Juni 2026

Frankreich versetzt Kliniken wegen Hitze in Krisenmodus

Angesichts der Hitzewelle in Frankreich mit Temperaturen über 40 Grad hat Premier Sébastien Lecornu für das Gesundheitssystem den höchsten Krisenmodus ausgerufen.

"Die Hitzewelle in unserem Land hält unvermindert an und der Druck auf unser Gesundheitssystem nimmt weiter zu", teilte Lecornu mit. Deshalb erfolge nun eine umfassende Mobilisierung mit einer Aufstockung des Personals in Kliniken, einer Anpassung des Krankenhausbetriebs, um die Bewältigung der Hitzewelle zu gewährleisten, sowie dem Verschieben nicht dringender Eingriffe.

Der Wetterdienst Météo France erliess ab Mittag für 72 Departements und damit für den grössten Teil des Landes die höchste Warnstufe Rot. Erwartet wurden vielfach wieder Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad. Örtlich wird mit Unwettern gerechnet, ehe die Temperaturen ab Freitag etwas sinken sollen.

Mehr hitzebedingte Todesfälle

Von einer steigenden Zahl hitzebedingter Todesfälle sprach der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire. "Die Sterblichkeitsrate steigt, (...) fast alle Indikatoren weisen auf eine schwierige Lage hin. Das betrifft sowohl die Einsätze des Rettungsdienstes als auch die Einsätze der Feuerwehr, die Einweisungen in die Notaufnahme und die Todesfälle", sagte Grégoire dem Sender TF1. Betroffen seien neben Risikogruppen auch Menschen zwischen 50 und 70 Jahren, die die Auswirkungen der Hitze unterschätzten und ihre gewohnten Aktivitäten fortsetzten.

An dem bei Touristen beliebten und angesichts der Hitze zum Schwimmen freigegebenen Canal Saint-Martin in Paris geht es unterdessen weiter drüber und drunter. Insbesondere beim verbotenen Springen von Brücken in den Kanal habe es rund 50 Leichtverletzte gegeben, sagte der Bürgermeister.

Der staatliche Stromkonzern EDF nahm unterdessen drei Atomreaktoren wegen der Hitzewelle ausser Betrieb. Betroffen waren die Kraftwerke Bugey, Nogent-sur-Seine und Golfech. Bei weiteren Kraftwerken wurde die Stromproduktion gedrosselt. Grund ist die gestiegene Wassertemperatur in den Flüssen, aus denen das Kühlwasser für die AKW entnommen wird. Verhindert werden soll, dass durch das Wiedereinleiten des aufgeheizten Kühlwassers die Temperatur in den Flüssen über festgelegte Grenzwerte ansteigt. Die Einschränkungen verursachten eine Verringerung der Stromproduktion um 3,5 Prozent der Leistung der französischen AKW.

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