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Keystone-SDA | Donnerstag, 11. Juni 2026

Französischer Sänger Patrick Bruel der Vergewaltigung beschuldigt

Der französische Sänger Patrick Bruel ist am Mittwoch im französischen Nanterre der Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Belästigung beschuldigt worden. Er wurde unter richterlicher Aufsicht auf freien Fuss gesetzt.

Ermittlungsverfahren in vier Fällen wurden gegen den 67-jährigen Patrick Bruel eingeleitet: wegen einer mutmasslichen Vergewaltigung in Neuilly-sur-Seine im Jahr 2008, einer mutmasslich versuchten Vergewaltigung im Jahr 2010 in Brüssel, eines Falls von mutmasslich sexueller Nötigung und sexueller Belästigung in Perpignan im Jahr 2019 sowie eines Falls von mutmasslich sexueller Belästigung in Ajaccio auf Korsika im Jahr 2019. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Nanterre mit.

Hinzu kommen vier weitere Fälle, in denen für ihn der günstigere Status eines "begleiteten Zeugen" ("témoin assisté") gilt: eine mutmassliche Vergewaltigung in Dinard im Jahr 2012, eine mutmassliche Vergewaltigung in L’Isle-sur-la-Sorgue im Jahr 2015, mutmasslich versuchte Vergewaltigungen in den Jahren 2010 und 2011 in Neuilly-sur-Seine sowie eine mutmassliche sexuelle Belästigung im Jahr 2019 im waadtländischen Nyon am Paléo Festival.

Eine angebliche Vergewaltigung in Grenoble im Jahr 2000 ist verjährt.

Bruel wurde unter richterliche Aufsicht gestellt und darf das französische Staatsgebiet nicht verlassen, keinen Kontakt zu den Opfern und deren Familien aufnehmen, sich nicht an deren Wohnort begeben und keine Massagesalons besuchen, wie es weiter seitens der Staatsanwaltschaft hiess. Der Künstler muss zudem eine psychologische Betreuung nachweisen und eine Kaution in Höhe von 500'000 Euro hinterlegen.

Keine Untersuchungshaft

Eine von Bruels Anwältinnen sagte nach einer nichtöffentlichen Anhörung vor dem Haftrichter, der Sänger stehe den Justizbehörden zur Verfügung. Kurz zuvor war Bruel sichtlich erschöpft im Gerichtssaal erschienen. Die Staatsanwaltschaft hatte davor den Haftrichter angerufen, um eine Untersuchungshaft zu beantragen. Dieser Empfehlung wurde nicht gefolgt.

Am Mittwochmorgen hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, sie habe ein Ermittlungsverfahrens gegen Bruel beantragt wegen Vorwürfe in Bezug auf neun mutmassliche Opfer; die neun Taten erstreckten sich über den Zeitraum von 2000 bis 2019. Verfahren die sich auf den Zeitraum zwischen September 1992 und September 2008 erstrecken, wurden "der Ermittlungsakte beigefügt", obwohl die Taten "zum jetzigen Zeitpunkt offenbar verjährt sind", so die Staatsanwaltschaft weiter.

Mit dieser Zusammenführung soll geprüft werden, ob die Verjährung eingetreten ist; zudem will sich die Behörde einen umfassenden Überblick verschaffen über die die Taten, die Patrick Bruel vorgeworfen werden.

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