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Keystone-SDA | Donnerstag, 27. August 2026

Gesang der Insekten: Millionen Jahre alte nächtliche Lock-Konzerte

Wie klang die Welt vor 165 Millionen Jahren? Forschende haben die Zirp-Gesänge urzeitlicher Insekten nachgebildet.

Grundlage für die Studie waren 20 gut erhaltene Fossilien von neun verschiedenen Heuschrecken-Arten, wie die österreichische Universität Graz am Donnerstag mitteilte. Die 165 Millionen Jahre alten Funde stammten aus der Inneren Mongolei in China.

Das Team um Thorin Jonsson von der Universität Graz analysierte die versteinerten schallerzeugenden Organe der Insekten. Aus den versteinerten "Klangwerkzeugen" aus dem Mittleren Jura konnte das Team durch verschiedene Analysen, Simulationen und KI-gestützte Auswertungen die Tonhöhen und die Grundsilben - also die kleinsten "musikalischen" Einheiten - der Paarungsrufe rekonstruieren.

Die Erkenntnisse über die nach Angaben der Forschenden "bislang ältesten Klangspuren der Erde" wurden im Fachjournal "Pnas" veröffentlicht.

Vielfalt an Frequenzen

"Unsere Ergebnisse zeigen eine grosse Vielfalt an Ruf-Frequenzen. Mehrere Arten erzeugten reine, tiefe Töne wie heutige Grillen, andere höhere Frequenzen, ähnlich wie unsere heimischen Laubheuschrecken", berichtet Jonsson.

Und die Rekonstruktion der urzeitlichen Klanglandschaft aus dem erdgeschichtlichen Mittleren Jura offenbarte auch bereits Kommunikation im Ultraschallbereich: "Eine Art rief mit Frequenzen über 20 kHz, was darauf hindeutet, dass die Ultraschallkommunikation bei Insekten lange vor dem Auftreten der Fledermäuse im Eozän etabliert war", so die Autoren.

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