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Keystone-SDA | Sonntag, 23. August 2026

Guerdat schafft im Sattel von Dynamix Historisches

Steve Guerdat hat einen weiteren Meilenstein in seiner beeindruckenden Karriere gesetzt. Der Springreiter aus dem Jura gewinnt im Reitsport-Mekka Aachen im Sattel der Stute Dynamix die Goldmedaille.

Nach einem dramatischen Fünf-Gänge-Krimi verwies er den Belgier Thibeau Spits auf Impress und den Briten Harry Charles mit Freda auf die weiteren Plätze.

Der 44-jährige Schweizer ist nun Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und Weltcup-Sieger. Das hat vor ihm noch keiner geschafft. Zudem ist er der erste Schweizer Weltmeister im Springreiten überhaupt. Bislang standen bei globalen Titelkämpfen lediglich Team-Bronze 1994 sowie 2018 Silber und Bronze im Einzel durch Martin Fuchs und Guerdat zu Buche.

"Von all diesen Titeln habe ich geträumt, als ich ein Kind war", sagte Guerdat im Platzinterview. "Und nun habe ich es geschafft. Da fehlen mir die Worte. Der Dank geht einfach an mein Team und das Pferd, die diese Medaille ebenso verdient haben."

Die Weltmeisterschaft finde nur alle vier Jahre statt, und man habe nicht immer ein Pferd, mit dem man eine Medaille gewinnen könne, fügte er hinzu. Nun habe er sogar zwei Fliegen mit einem Streich geschlagen, denn auch der Sieg in Aachen habe ihm noch gefehlt.

Einzigartige Bilanz

Mit WM-Gold baute Guerdat seine ohnehin legendäre Erfolgsbilanz in echten Championats-Formaten weiter aus. Während seine Olympiamedaillen - Gold 2012 in London mit Nino und Silber 2024 in Paris mit Dynamix - in eintägigen Prüfungen entschieden wurden, glänzt der Schweizer besonders bei Mehrtages-Turnieren: Im Sattel von Dynamix krönte er sich bereits 2023 zum Europameister, zudem verbuchte er in seiner Karriere bereits WM-Bronze (2018) sowie drei Gesamtsiege beim Weltcupfinal, der inoffiziellen Hallenweltmeisterschaft.

Das WM-Championat in der Aachener Soers verlangte vor 40'000 Zuschauern Mensch und Tier alles ab. Bereits am Freitagabend hatte Guerdat die Schweizer Equipe auf Platz 6 und damit vorzeitig zum Olympia-Ticket für Los Angeles 2028 geführt. Gleichzeitig setzte er sich vor den beiden finalen Umgängen am Sonntag punktgleich mit dem Deutschen Daniel Deusser auf Otello an die Spitze des Klassements.

Nur Guerdat mit fünf Blankoritten

Am Sonntag setzte sich Guerdat nach dem vierten Umgang mit seinem vierten Blankoritt ab. Co-Leader Deusser fiel nach einem Fehler auf Platz 4 zurück. Damit befanden sich noch vier Paare innerhalb eines Abwurfs. Im letzten Parcours, der den Top 12 vorbehalten war, behielt der Jurassier einmal mehr die Nerven. Wieder null. Als Einziger der 145 am Mittwoch gestarteten Reiterinnen und Reiter blieb er über die gesamte WM ohne Abwurf. So hatte er letztlich mehr als vier Punkte Vorsprung auf die Konkurrenten auf dem Podest und hätte sich im letzten Umgang sogar einen Fehler leisten können.

Der neuerliche Triumph ist das Resultat jahrelanger, akribischer Arbeit. Die Stute Dynamix kam bereits 2018 im Alter von fünf Jahren in Guerdats Stall nach Elgg. Der Jurassier baute das Pferd über Jahre hinweg behutsam auf, bevor ab 2023 die grossen internationalen Erfolge folgten. Wie breit Guerdat sportlich aufgestellt ist, bewies er zudem unmittelbar vor der WM: Im Sattel von Iashin Sitte sicherte er sich vor Aachen den prestigeträchtigen und hochdotierten Million-Grand-Prix von Dublin.

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