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Keystone-SDA | Donnerstag, 16. Juli 2026

Hochwassergefahr in den Alpen nimmt laut Studie künftig zu

Die Gefahr von extremen Hochwassern im Alpenraum wird laut einer neuen Studie künftig zunehmen. Zu diesem Schluss kommt das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF auf Basis von neuen Simulationen mit stündlichen Messdaten.

Das 100-jährliche Hochwasser (HQ100) werde in den Alpen um fünf bis fünfzehn Prozent intensiver, teilte das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Donnerstag mit. Ein solches Ereignis könne künftig zudem häufiger auftreten, nämlich alle 45 bis 80 Jahre.

Moderate Hochwasser, wie etwa das zweijährliche, zeigten in den Bergen nach wie vor einen Rückgang. "Extreme Ereignisse verändern sich stärker als moderate Hochwasser", wird der Studienautor Paul Astagneau in der Mitteilung zitiert.

Als Grund für die Zunahme der Extremereignisse nannten die Forschenden die klimawandelbedingten, intensiveren Starkniederschläge. Diese überkompensierten die abnehmende Schneeschmelze. Pro Grad Erwärmung nehme die Intensität stündlicher Starkregen um rund sieben Prozent zu.

Bisherige Prognosen gingen von stabilen oder abnehmenden Hochwassern aus. Sie basierten jedoch auf täglichen Daten, welche kurze, heftige Niederschläge nicht ausreichend abbildeten. Für die neue Studie simulierte ein Hydrologe die Ereignisse mit stündlichen Daten von 384 Flüssen im Alpenraum in der Schweiz und Österreich.

Zentraler Massstab für Hochwasserschutz

In der Schweiz ist das HQ100 der zentrale Massstab für den Hochwasserschutz und die Raumplanung. Auf Basis von historischen Daten, Geländemodellen und Niederschlagsmengen erstellen die Kantone in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) sogenannte Gefahrenkarten.

Der Begriff "Jahrhunderthochwasser" verliert durch den Klimawandel aktuell an Verlässlichkeit. Wenn die Atmosphäre wärmer wird, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu extremerem Starkregen führt. Ein Wasserstand, der vor 50 Jahren statistisch noch als "100-jährlich" galt, tritt heute an vielen Gewässern deutlich häufiger auf. Deshalb müssen Behörden diese Statistiken und Gefahrenkarten regelmässig nach oben korrigieren.

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