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Keystone-SDA | Freitag, 10. April 2026

"Ich will erst wieder eingreifen, wenn ich richtig parat bin"

In seiner zwölften Saison als Veloprofi verpasst Stefan Küng am Sonntag erstmals sein Lieblingsrennen Paris-Roubaix. Nach seinem Oberschenkelbruch ist beim Thurgauer vor allem eines gefragt: Geduld.

Als ihn die Nachrichtenagentur Keystone-SDA diese Woche per Telefon erreicht, sitzt Stefan Küng gerade auf dem Hometrainer. Noch ist lediglich leichtes Treten angesagt, die Belastung des verletzten linken Oberschenkels wird streng dosiert. "Ganz, ganz piano. Ich sage dem Bewegungstherapie", erklärt der zweifache Zeitfahr-Europameister gelassen.

Seit dem folgenschweren Sturz beim belgischen Klassiker Omloop Het Nieuwsblad sind knapp sechs Wochen vergangen. Der Bruch am obersten Teil des Oberschenkels wurde mit zwei Schrauben fixiert. Eine weitere Operation, um diese wieder zu entfernen, wird nicht nötig sein. "Das ist die Sportler-Variante", so Küng.

Noch ist er auf Gehhilfen angewiesen, sobald er vom Velo steigt. Doch Besserung ist in Sicht: "Die Krücken bin ich voraussichtlich nach dem Kontrolltermin nächste Woche los. Dann sollte ich auch wieder draussen trainieren und die Intensität sukzessive steigern können."

Erfahrung als Korrektiv zum Ehrgeiz

Küng ist sich Stürze und Verletzungen gewohnt, doch eine so lange Zwangspause ist selbst für ihn nicht alltäglich. Letztmals war dies vor knapp zehn Jahren der Fall, als er nach einem Sturz im Zeitfahren der Schweizer Meisterschaften fast drei Monate pausieren musste und unter anderem die Olympischen Spiele in Rio verpasste.

Damals stand er am Anfang seiner Karriere, mit heute 32 Jahren blickt er anders auf die Situation: "Ich merke einfach, dass ich schon viel erlebt habe. Ich lasse mich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen; da hilft mir die Erfahrung enorm. Früher als junger Fahrer hätte ich das Ganze viel verbissener verfolgt." Sein ausgeprägter Ehrgeiz, der ihn normalerweise zu Höchstleistungen antreibt, könnte in der Reha zur Stolperfalle werden. Doch Küng bremst sich ganz bewusst ein. Er will nichts erzwingen und setzt konsequent auf kleine Schritte.

Neustart bei Tudor

Nach seiner "schlechtesten Saison" im Vorjahr - erstmals seit 2016 blieb er ohne Rennsieg - suchte Küng für 2026 den Neustart. Die Idee für einen Tapetenwechsel nach sieben Jahren beim französischen Team Groupama-FDJ war schon früh gereift. Beim einheimischen Team Tudor hat er gefunden, wonach er suchte.

"Es macht richtig Spass, wenn man ein motiviertes Team um sich herum hat. Ich spüre grosses Vertrauen", sagt er. Das sei zuletzt bei Groupama nicht mehr der Fall gewesen: "Ich hatte sechs super Jahre, das letzte lief dann aber nicht mehr so, wie ich mir das gewünscht hätte."

Dass sein neues Kapitel bei Tudor nun mit einer grösseren Verletzung beginnt, lässt ihn nicht verzweifeln. Dabei hilft auch, dass er volle Rückendeckung vom Team erhält: "Fabian Cancellara (der Teambesitzer - Red.) hat mich nach dem Sturz angerufen und gesagt: 'Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Uns ist egal, wann du wieder Rennen fährst. Deine Gesundheit steht an erster Stelle'. Ich verspüre also wirklich keinen Druck vom Team."

Beobachter der "Schulbuben"

Durch die Zwangspause verbringt der zweifache Familienvater so viel Zeit zu Hause wie nie zuvor um die Osterzeit. Während er sonst bei den grossen Klassikern um Siege kämpft, verfolgt er das Geschehen nun am TV - so auch die Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag. Von der "ultimativen Dominanz" eines Tadej Pogacar, wie es Küng nennt, zeigt er sich beeindruckt. Der Slowene wirke wie "eine Stufe über allen anderen". Küng trocken: "Selbst Topfahrer sehen daneben wie 'Schulbuben' aus."

Auch für Paris-Roubaix sieht er den 2026 noch ungeschlagenen Pogacar in der Favoritenrolle, wenngleich er erwartet, dass es wegen der vielen Unwägbarkeiten "das spannendste der fünf Monumente" wird. Dass sich die Konkurrenz gegen den Dominator verschwört, glaubt er indes nicht: "Das wird nicht passieren, weil jeder seine eigenen Interessen über jene der anderen stellt."

WM im Herbst als Fernziel

Küng selbst hat seit seinem Debüt 2015 keine Ausgabe von Paris-Roubaix verpasst, stand 2022 als Dritter auf dem Podest und wurde in den zwei Folgejahren jeweils Fünfter. Er träumt seit Juniorenzeiten davon, den berühmten grossen Pflasterstein im Velodrome von Roubaix als Siegertrophäe in die Höhe zu stemmen. Doch daran ist derzeit nicht zu denken.

Das wichtigste Ziel bleibt die vollständige Genesung. Eine Rückkehr zur Tour de Suisse Mitte Juni ist geplant, aber nicht in Stein gemeisselt. "Ich hoffe, dass ich Ende Mai im Training wieder voll belasten kann. Mein Credo: Ich will erst wieder eingreifen, wenn ich richtig parat bin."

Die Ungewissheit über den genauen Zeitpunkt der Rückkehr mache ihn nicht verrückt, er begreife sie vielmehr als Chance. "Ich muss mir noch keine Türen verschliessen und bin nicht gezwungen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Schritt zu erreichen. Ich nehme es, wie es kommt." Etwas hat Stefan Küng für den weiteren Saisonverlauf dann aber doch fest im Blick: "Die Weltmeisterschaften im Herbst in Montreal bleiben für mich ein grosses Ziel."

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