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Im Genfersee steckt viel mehr Mikroplastik als gedacht
Im Genfersee schwimmt viel mehr Mikroplastik als gedacht. Eine neue Lausanner Messmethode zeigt, dass die Konzentration der kleinsten Partikel bis zu 656-mal höher sein könnte als bisher angenommen.
Die neue Methode kann kleinste Plastikpartikel bis zu einer Grösse von fünf Mikrometern identifizieren, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) am Mittwoch mitteilte. Das entspricht ungefähr der Grösse von Bakterien. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "npj Clean Water" publiziert.
Als Mikroplastik gelten Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimetern. Doch je kleiner sie werden, desto schwieriger wird ihr Nachweis. Bisher stellte insbesondere die Charakterisierung von Partikeln unter 20 Mikrometern - also 20 Tausendstel Millimetern - eine grosse Herausforderung dar, wie es von der EPFL heisst.
Das Forschungsteam um Christel Hassler und Florian Breider entwickelte deshalb ein Verfahren, das mithilfe künstlicher Intelligenz Partikel bis zu einer Grösse von fünf Mikrometern erkennen und verschiedenen Polymergruppen zuordnen kann.
Die Forschenden untersuchten damit Wasserproben aus dem Genfersee und den umliegenden Flüssen. Dabei zeigte sich, dass die Konzentration von Mikroplastik zwischen einem und 100 Mikrometern möglicherweise rund 656-mal höher ist als bisher angenommen.
Noch ist unklar, wie gefährlich die Partikel sind
Welche Folgen die hohe Zahl der Kleinstpartikel für das Ökosystem hat, lässt sich derzeit nicht abschliessend sagen. Mikroplastik kann von Lebewesen aufgenommen werden und so in die Nahrungskette gelangen. Zudem können die Kunststoffteilchen weitere Schadstoffe transportieren oder selbst Zusatzstoffe enthalten.
"Die gesamte Nahrungskette kann Mikroplastik ausgesetzt sein", wird Breider in der Mitteilung zitiert. Problematisch sei dabei nicht nur das Plastik selbst. Auch andere Stoffe könnten an den Partikeln haften oder von ihnen transportiert werden.
Erste Hinweise auf mögliche Risiken gibt es dennoch: Auswertungen der Empa zufolge lagen in sechs von 38 untersuchten Wasserproben die Konzentrationen über den ökotoxikologischen Schwellenwerten. Diese Werte dienen dazu, mögliche Gefahren für Organismen in der Umwelt einzuschätzen.
"Wir sind nicht in einer alarmierenden Situation, aber wir könnten an einem Punkt sein, an dem wir uns Sorgen machen sollten", sagt Hassler.

















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