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Infantinos neuste Idee: Ausverkauf oder Demokratisierung?
Gianni Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an den FIFA-Turnieren an private Investoren abgeben. Was der Schweizer Präsident im Sinn hat und was für ihn dabei herausspringt.
Wie sieht der Plan von Infantino aus?
Gemäss einer Information der FIFA sollen private Investoren sich zu rund 20 Prozent an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE beteiligen können. Dessen Wert soll zunächst mit 20 Milliarden Dollar festgelegt werden. Das neue Unternehmen soll die Rechte an den Turnieren des Fussball-Weltverbandes, darunter die Weltmeisterschaften der Frauen und Männer, kontrollieren.
Was bedeutet das für die Fans...
Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger auszutragen. Hintergrund ist das Modell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse steigen.
... und für die Landesverbände?
Die FIFA würde die Kontrolle über das Regelwerk und die Spielpläne behalten, versichert sie. Die 211 FIFA-Mitglieder sollen kleine Anteile am Unternehmen erhalten, die sie entweder behalten oder verkaufen können. Wichtiger noch: Gemäss einem Bericht der "Times" kann jeder Mitgliederverband bei einer Zustimmung innerhalb von 53 Tagen mit 40 Millionen Dollar rechnen, bei einer Ablehnung gibt es nur 10 Millionen Dollar.
Was bringt der Deal Gianni Infantino?
Der Schweizer FIFA-Präsident könnte nach einer dritten und letzten Amtszeit und nach insgesamt 15 Jahren an der Spitze des Weltverbandes ab 2013 Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmens FFE werden. Es sei über dieses Szenario aber noch nie konkret gesprochen worden, betonte ein FIFA-Sprecher.
Wer sind die Gegner?
In Europa machte sich rasch Widerstand gegen die Pläne der FIFA breit. Die UEFA teilte bereits am Dienstagabend mit: "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fussball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften." Auch aus der Politik verschiedener europäischer Länder kamen kritische Statements, wie etwa vom britischen Premierminister Andy Burnham ("Der Fussball gehört nicht den Investoren").
Woran stören sich die Gegner?
Private Investoren würden darauf drängen, mehr Gewinn zu machen, bemerken die Kritiker. Was heissen könnte: mehr Spiele, mehr Turniere, mehr Werbepausen und ähnliche Massnahmen, die langfristig den betroffenen Wettbewerben schaden würden. "Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsware - erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fussballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf", schrieb die UEFA in ihrer Mitteilung.
Zudem empört sich nicht nur die UEFA über die Art und Weise, wie Infantino und Co. versuchen, ihr Anliegen durchzubringen. Gemäss englischen Medien werden bei einer Zustimmung bis zum 19. September für den Beginn des nächsten Jahres die angesprochenen 40 Millionen Dollar ausbezahlt. Ansonsten sind es viermal weniger. "Das sagt alles über diesen Plan aus, was man wissen muss", heisst es von der UEFA.
Ist der geplante Deal mehrheitsfähig?
Speziell bei kleineren Mitgliedsstaaten dürfte die Idee der FIFA auf Zustimmung stossen, weil sie für einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgt. "Hier geht es um die Demokratisierung des Fussballs weltweit", wirbt Infantino. Nach FIFA-Angaben könnten sich die Einnahmen pro Jahr für die Mitgliedsstaaten mehr als verdreifachen - auf im Schnitt bis zu mehr als sieben Millionen Dollar bis 2038. Der Verband CONCACAF, der die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, zeigte sich allerdings von dem Prozedere enttäuscht: "Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemässen Verfahrens." So ähnlich äusserte sich auch Asiens Kontinentalverband.

















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