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Keystone-SDA | Dienstag, 26. Mai 2026

Israel weitet Bodeneinsätze im Libanon aus

Israels Armee hat ihre Bodeneinsätze im Nachbarland Libanon trotz einer geltenden Waffenruhe mit der proiranischen Hisbollah-Miliz ausgeweitet. Ziel sei es, die direkte Bedrohung für die israelischen Bürger sowie israelische Soldaten abzuwehren, sagte ein Militärvertreter der Deutschen Presse-Agentur.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, schwere israelische Angriffe im Süden deuteten auf eine mögliche Ausweitung der Bodenoffensive in Richtung Norden hin. Seit einem Aufruf der israelischen Armee zur Evakuierung der Stadt Nabatija habe es mindestens 20 Angriffe gegeben, hiess es. Im Libanon herrscht Sorge vor einer erneuten dauerhaften Besatzung des Südens. Israel war 1982 in das Nachbarland einmarschiert und erst 2000 wieder abgezogen.

Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah gilt seit April 2026 eigentlich eine Waffenruhe. Die gegenseitigen Angriffe wurden jedoch nicht eingestellt. Am Montagabend hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits angekündigt, dass die Angriffe auf die Hisbollah verstärkt würden.

Der israelische Militärvertreter sagte, dass die Armee "gezielte" Einsätze auch in Gegenden jenseits der sogenannten "gelbe Linie", die sechs bis zehn Kilometer entfernt von der israelischen Grenze im Südlibanon verläuft, begonnen habe. Hinter dieser Linie waren bereits zuvor israelische Bodentruppen stationiert. In dieser Zone liegen auch Dutzende libanesische Dörfer.

Berichte: Auch Einsätze nördlich des Litani-Flusses

Israelische Bodentruppen sollen mehreren Medienberichten zufolge auch Einsätze nördlich des Litani-Flusses ausführen. Dieser verläuft etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze. Laut einem früheren Abkommen sollte sich die Hisbollah-Kämpfer hinter diesen Fluss zurückziehen. Unter anderem die israelische Nachrichtenseite "ynet" berichtete, Ziel der Ausweitung der Bodeneinsätze sei es auch, gegen die von der Hisbollah eingesetzten Sprengstoffdrohnen vorzugehen und die vom Iran unterstützte Miliz weiter zurückzudrängen.

Die Hisbollah teilte mit, sie habe israelische Truppen und Militärfahrzeuge im Süden mit Raketen, Drohnen und Artillerie angegriffen. Israels Armee hatte am Nachmittag wieder Beschuss mit mehreren mit Sprengstoff beladenen Drohnen der vom Iran unterstützten Miliz gemeldet.

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