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Klaebo schreibt mit neuntem Gold Geschichte
Norwegen holt sich den logischen Olympiasieg in der Langlauf-Staffel, und Johannes Klaebo ist mit nun neun Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet in der Geschichte von Winterspielen.
Es war im Val di Fiemme eine aufgelegte Goldmedaille für Johannes Klaebo und seine drei Teamkollegen. Nur ein Missgeschick wie der Sturz und die gebrochene Bindung der Schwedin Ebba Andersson am Samstag bei den Frauen hätte den Sieg der Norweger verhindern können. Der Überläufer Klaebo konnte für die letzte Ablösung aber bereits an der Spitze übernehmen und lief den Sieg locker nach Hause - mit der Fahne in der Hand.
Ohne die derzeit wegen des Überfalls auf die Ukraine gesperrten Russen sind die Norweger alleine auf weiter Flur und dürften sämtliche sechs Siege, die im Langlauf der Männer zu holen sind, gewinnen. Klaebo bleibt derweil auf Kurs, als erster Athlet bei den gleichen Spielen sechs Mal zu triumphieren. Es bleiben der Teamsprint am Mittwoch und zum Abschluss die Königsdisziplin über 50 km mit Massenstart, weshalb Klaebo auch da der Favorit ist.
Dählie, Björndalen und Björgen übertroffen
Bereits jetzt - mit nur gerade 29 Jahren - ist der blonde Strahlemann aus Oslo der erfolgreichste Sportler bei Olympischen Winterspielen - Mann oder Frau. Mit dem neunten Sieg übertraf er seine Landsleute Marit Björgen, Björn Dählie (ebenfalls Langläufer) und Ole Einar Björndalen (Biathlon). Bei der Anzahl Medaillen steht er mit noch je einmal Silber und Bronze bei elf, hier müsste er auf jeden Fall bis 2030 weitermachen, um Björgen (15) oder Björndalen (14) einzuholen.
"Das ist cool", kommentierte Klaebo seine historische Leistung. "Die neunte Goldene zusammen mit dem Team zu gewinnen, ist etwas wirklich Spezielles. Besser hätte es nicht sein können."
Staffel von grosser Bedeutung
Dählie mahnte seinen Nachfolger Klaebo nach dessen Triumph über 10 km, seine Siege auch gebührend zu geniessen. "Ich denke, ich geniesse es durchaus", meinte Klaebo, auch wenn er zugab, im Moment noch in einer Blase zu leben. "Es geht jeweils darum, für das nächste Rennen wieder bereit zu sein." In der zweiten Woche mit nur noch zwei Rennen sei es nun etwas einfacher, auch mal ein wenig zu feiern.
Die Staffel geniesse in Norwegen einen enorm hohen Stellenwert, betonte Klaebo. "Und vor vier Jahren in Peking haben wir nicht gewonnen." Da mussten sich die Skandinavier den Russen um Alexander Bolschunow geschlagen geben. Überhaupt gewannen Norwegens Männer die Olympia-Staffel seit 2002 nur einmal, 2018 und bereits damals mit Klaebo als Schlussläufer.
Nummer 5 des Weltcups nicht bei Olympia
Es gibt aber auch Leidtragende von Norwegens derzeit eklatanter Überlegenheit. Während man sich in der Schweiz da und dort darüber geärgert hat, dass Abfahrer wie Alessio Miggiano oder Marco Kohler, trotz eines Top-10-Ergebnisses im Weltcup zuschauen mussten, ist die interne Konkurrenz bei Norwegens Langläufern noch viel brutaler.
So schafften es unter anderen Lars Heggen, Fünfter im Gesamt-Weltcup, oder Andreas Ree, der drittbeste Distanzläufer dieser Saison, nicht ins Olympia-Aufgebot. Beide liefen im Weltcup aufs Podest, ebenso wie Even Northug. Da sind dann wohl alle, ausser den Norwegern, froh um die Länderquote.
















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