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Künstliche Plazenta klärt Risiken von Medikamenten für Schwangere
Forschende der Universität Bern haben eine künstliche Plazenta entwickelt. Mit dem Labormodell wollen sie herausfinden, wie Medikamente, die eine schwangere Frau einnimmt, zum ungeborenen Kind gelangen.
Für die meisten Medikamente sei unklar, ob und in welchem Ausmass sie an ein ungeborenes Kind weitergegeben werden, teilte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Donnerstag mit. Viele Arzneimittel seien deshalb für schwangere Frauen vorsichtshalber nicht zugelassen, obwohl sie möglicherweise kein Risiko darstellten.
Auch Tierversuche seien für diese Fragen nicht immer aussagekräftig, da die Plazenta - die Barriere, die Föten vor Giftstoffen schützt - je nach Lebewesen sehr unterschiedlich funktioniere.
Um Abhilfe zu schaffen, hat ein Team der Universität Bern um die Biomedizinerin Christiane Albrecht in einem vom SNF geförderten Projekt nun ein Modell entwickelt, das den Stofftransport in der menschlichen Plazenta besser abbilden soll als bisherige Methoden.
Zellen direkt nach Entbindung gewonnen
Das Modell bildet die Plazenta-Schranke in einem Plastikgefäss nach. Es besteht aus zwei verschiedenen Zellschichten. Eine durchlässige Membran trennt die beiden Schichten.
Das Besondere an der Labor-Plazenta sei die Verwendung von Zellen aus kürzlich durchgeführten Entbindungen. Diese frischen Zellen von Plazenta und Nabelschnur verfügten über Fähigkeiten, die bei lange im Labor gezüchteten Zellkulturen verloren gingen.
Mit dem Modell wollen die Forschenden künftig nicht nur den Weg von Medikamenten, sondern auch den Transport von Stoffen wie Eisen und Cholesterin untersuchen. Solche Modelle könnten zudem dazu beitragen, die Zahl von Tierversuchen zu reduzieren.
Für eine Anwendung im grossen Massstab sei die Methode derzeit aber noch zu arbeitsaufwendig. Als nächster Schritt müsse geprüft werden, wie das System für einen routinemässigen Einsatz, etwa für Toxologietests, vereinfacht werden könne.

















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