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US-Erbgut-Pionier Craig Venter ist gestorben
Der US-amerikanische Genforschungs-Pionier Craig Venter ist tot. Der Wissenschaftler starb am Mittwoch (Ortszeit) im Alter von 79 Jahren in San Diego nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, wie das von ihm gegründete J. Craig Venter Institute (JCVI) mitteilte.
Venter war im Krankenhaus, weil bei der Therapie gegen eine kürzlich diagnostizierte Krebserkrankung unerwartete Nebenwirkungen aufgetreten seien, hiess es weiter.
Venter hatte das menschliche Erbgut entschlüsselt und das erste Bakterium mit künstlichem Erbgut geschaffen. Er habe dazu beigetragen, sein Forschungsfeld von einer langsam voranschreitenden Grundlagenforschung zu einer skalierbaren, datengestützten Wissenschaft zu entwickeln, hiess es von seinem Institut. Zudem habe er immer darauf bestanden, dass Forschung einen Mehrwert für die echte Welt haben müsse.
Forschung in enormem Tempo
"Craig war davon überzeugt, dass die Wissenschaft nur dann vorankommt, wenn Menschen bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen, entschlossen zu handeln und Dinge zu schaffen, die es noch nicht gibt", sagte der Präsident des Instituts, Anders Dale, laut der Mitteilung. Man wolle Venters Mission nach seinem Tod fortsetzen und die Genforschung weiter voranbringen – unter anderem durch breit gefächerte Partnerschaften. Auch Venter habe sich immer für interdisziplinäre Teams und schnelle, effiziente Methoden eingesetzt.
Der am 14. Oktober 1946 in Salt Lake City als Sohn eines deutschstämmigen Buchhalters geborene Forscher war auch umstritten. Er und sein Team kündigten während seiner Karriere in enormem Takt immer neue, teils unrealistische Entdeckungen und Vorhaben an. Viele Kollegen warfen Venter immer wieder Grössenwahn, Narzissmus und einen zu stark ausgeprägten Geschäftssinn vor. Der Forscher wurde jedoch auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.


















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