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Keystone-SDA | Samstag, 21. Februar 2026

Langlauf-Überflieger Klaebo plant mindestens bis 2030

Am Samstag kann Johannes Klaebo über 50 km klassisch als erster Sportler an den gleichen Winterspielen seine sechste Goldmedaille gewinnen. Das wichtigste Erfolgsrezept: sein "perfekter Opa".

83 Jahre alt ist Kaare Hösflot mittlerweile, doch er ist noch immer die wichtigste Person im Leben seinen Enkels Johannes Klaebo. Dass er nun im Val di Fiemme dabei ist, wenn Klaebo olympische Geschichte schreibt, bedeutet diesem unendlich viel. "Er war und ist einfach der perfekte Opa", schwärmt der 29-jährige Langlauf-Star aus Norwegen. "Seit ich zehnjährig war, hat er mich immer ins Training gebracht, egal, ob Fussball oder Langlauf. Er wachste meine Ski, war einfach immer für mich da."

Klaebo entschied sich erst mit 16, voll auf die Karte Langlauf zu setzen. Er habe es vorgezogen, alleine für Erfolg und Misserfolg verantwortlich zu sein, erklärt er die Gründe. Nun hat er bereits zehn Olympiasiege, 15 WM-Titel und sagenhafte 107 Einzelsiege im Weltcup. Wird er seiner Favoritenrolle auch am Samstag im letzten Langlaufrennen über 50 km in der klassischen Technik mit Massenstart gerecht, wird er zum ersten Wintersportler mit sechs Mal Gold bei den gleichen Spielen, er hätte dann nur noch die Schwimmer Michael Phelps (8 x 2018) und Mark Spitz (7 x 1972) vor sich. Zahlen, die ein Athlet im Winter gar nicht erreichen kann.

Brillante Technik, akribische Vorbereitung

Klaebo startete als Sprintspezialist und entwickelte sich dann zum perfekten Allrounder ohne Schwächen weiter. Dafür gibt es mehrere Gründe: Da ist zum einen seine brillante Technik. Keiner steht so leichtfüssig und gleichzeitig kraftvoll auf den Ski wie er. Wenn er im Sprint oder bei der Anfahrt Richtung Ziel im Stakkato den letzten Hügel hinauf stürmt und dann flink um die Kurve biegt, geht jeweils ein bewunderndes Raunen durch das Publikum.

Dann profitiert er natürlich davon, dass er als Norweger auch praktisch jede Staffel und jeden Teamsprint gewinnt. Klaebo ist aber auch ein Meister der Vorbereitung. Vor der WM im letzten Jahr in seiner Heimatstadt Trondheim isolierte er sich wochenlang von seiner Freundin und seiner Familie, um ja nicht krank zu werden. "Die Kinder der Schwester meiner Freundin fragten sogar, ob ich noch ihr Onkel sei, nachdem sie mich zwölf Monate nicht mehr gesehen hatten."

Mehr Spass, gleicher Erfolg

Nur die engste Familie, Trainer Kaare Hösflot und Manager und Vater Haakon hatten noch physischen Kontakt mit Johannes Klaebo. Das war jetzt aber sogar für den ehrgeizigen Norweger zu viel. Mit Blick auf Olympia lockerte er sein Regime deutlich, auch dank Teamkollege Emil Iversen, der ihm riet, doch ein wenig mehr Spass zu haben. So trainierte Klaebo in den vergangenen Wochen in der Höhe von Lavaze unweit des Val di Fiemme, wo sich teilweise auch die Schweizer vorbereiteten, auch mit der Schwedin Frida Karlsson, Doppel-Olympiasiegerin über 10 km und im Skiathlon, die ihm den gleichen Rat gab wie Iversen.

"Mehr Spass zu haben macht das Leben als Sportler tatsächlich einfacher", stellt Klaebo fest. Er will auf jeden Fall bis zu den Spielen 2030 weitermachen, allenfalls sogar bis 2034. Und er hofft, noch ein bisschen länger auf die Unterstützung seines Grossvaters zählen zu dürfen. "Ohne ihn wäre ich nicht hier", versichert er. "Und er liest immer noch Bücher und wissenschaftliche Studien, um Wege zu finden, mich besser zu machen. Das ist schon sehr speziell." Und für die Gegner wohl Stoff für Albträume.

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