/fileadmin/images/sarganserlaenderlogo.png
Alle Neuigkeiten auf einen Blick.
E-Paper

E-Paper

Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.

Zeitungsarchiv

Zeitungsarchiv

Alle Ausgaben seit dem Jahr 2003.

Abo

Abo

Sarganserländer von Montag bis Freitag online oder in Print lesen.

Siga-Podcast

Siga-Podcast

Ä Ohr voll Heimat – der Siga-Podcast vom «Sarganserländer»

Grossauflage

Grossauflage

Lesen Sie hier die aktuelle Grossauflage kostenlos

Inserieren

Inserieren

Ihre Werbung am richtigen Ort.

Buchshop

Buchshop

Hier finden Sie die von der SL Druck + Media AG herausgegebenen Bücher.

Immobilien

Immobilien

Die Immobilienbörse der Region

Unternehmen

Unternehmen

Die SL Druck + Medien AG

Traueranzeigen

Traueranzeigen

Todesanzeigen / Danksagungen aufgeben

Eventbus

Eventbus

Mit Brunner Ferienreisen AG und Sarganserländer ans Konzert

Rubriken

Sport
Keystone-SDA | Freitag, 11. September 2026

Leichtathletik wagt mit der Ultimate Championship die Radikal-Kur

10 Millionen Dollar Preisgeld, die besten Athletinnen und Athleten der Welt und möglichst wenig Leerlauf: Mit der Ultimate Championship wagt die Leichtathletik ein Experiment.

Von Freitag bis Sonntag soll es in Budapest drei Abende lang während je drei Stunden fast nur Entscheidungen geben. Keine langen Vorläufe, kaum gleichzeitig stattfindende Wettkämpfe, dafür kleine Felder mit der Weltelite. World Athletics will die Leichtathletik kompakter, schneller und fernsehtauglicher machen.

Statt eines über Tage verteilten Grossanlasses mit Vormittags- und Abendsessions wird das Programm fokussiert. Ein neues Beleuchtungssystem im nationalen Leichtathletikzentrum soll die Athletinnen und Athleten zusätzlich in Szene setzen. Eine Disziplin steht im Mittelpunkt, dann folgt die nächste.

Auch die Wettkämpfformate selbst werden verkürzt. Olympiasieger, Weltmeister, Diamond-League-Gewinner und die Besten der Weltrangliste treffen aufeinander. Je nach Disziplin geht es direkt mit dem Halbfinal oder Final los. Im Weit- und Dreisprung bleiben lediglich vier Versuche in einem stark verkürzten, rein fernsehoptimierten K.o.-Format nach dem Modell "8-8-6-4". Ist Simon Ehammer nach zwei Versuchen nicht in den Top 6, gibt es keinen dritten Flug mehr.

Nicht alle Disziplinen sind dabei

28 Entscheidungen fallen an den drei Abenden. Neben den grossen Sprint-, Hürden- und Mittelstreckenrennen gehören auch die 5000 m zum Programm. Bei den technischen Disziplinen wird dagegen ausgesiebt. Weit-, Drei- und Hochsprung sowie Stabhochsprung sind bei Frauen und Männern dabei. Von den vier klassischen Wurfdisziplinen haben es hingegen nur Speer und Hammer ins Programm geschafft. Kugel und Diskus fehlen.

Bemerkenswert ist die Begründung: Die Auswahl der Disziplinen erfolgte aufgrund von Marktforschung. Nicht Tradition allein bestimmt damit das Programm, sondern auch die Frage, was sich attraktiv inszenieren und einem grossen Publikum verkaufen lässt. Dazu passt eine weitere Neuerung. Mixed ist im Kurs. Die 4×400-m- und 4×100-m-Staffeln werden gemischt bestritten

Die Ultimate Championship ist damit nicht einfach ein weiteres Meeting mit den besten Athleten der Welt. World Athletics verändert auch die Regeln des Produkts. Doch weshalb? "Sport ist Unterhaltung", betonte Weltverbands-Präsident Sebastian Coe vor ein paar Jahren anlässlich einer Podiumsdiskussion bei Weltklasse Zürich. Er richte sein Handeln deshalb nach folgenden Fragen aus: "Was will das Publikum sehen? Was funktioniert, was funktioniert nicht?" Die Antworten würden harte Entscheide bedingen, "aber wir müssen brutal sein".

Coe will die Leichtathletik vermehrt dem Lifestyle der jungen Leute anpassen. "Wir müssen mehr 'big moments' kreieren, als wir das jetzt tun." Für eine globale Sportart sei die Saison mit den paar Sommermonaten zu kurz. Es gelte, über einen längeren Zeitraum präsent zu bleiben. "Wenn wir die Leichtathletik richtig inszenieren, dann kommt das Publikum an uns nicht vorbei. Wir sind eine globale Sportart, wie der Fussball", betonte er.

10 Millionen Dollar Preisgeld

Damit die Weltelite bei diesem Experiment mitmacht, setzt der Weltverband finanziell einen aussergewöhnlichen Anreiz. 10 Millionen Dollar Preisgeld muss der Veranstalter aufbringen. Ein Sieg in einer Einzeldisziplin bringt 150'000 Dollar, Platz 2 die Hälfte und der 3. Rang noch 40'000 Dollar. Selbst wer in einem Final mit acht Teilnehmenden Letzter wird, erhält 10'000 Dollar. Und auch für die Halbfinalisten über die Kurzstrecken und den Sprints gibt es einen Batzen.

Für Simon Ehammer gehört das Geld zum Reiz des neuen Formats. "An der Ultimate verdient man mehr als an einer WM", sagt er in einem Beitrag des Schweizer Fernsehens. Sportlich ordnet der Appenzeller den Event gerade umgekehrt ein. Vom Prestige her liege ein Sieg zwischen einem WM-Titel und dem Triumph beim Diamond-League-Final.

Das grosse Finale in Jahren ohne WM

Genau diese Bedeutung will World Athletics der Ultimate Championship langfristig geben. Die Crew unter Sebastian Coe hat vor ein paar Jahren festgelegt, dass die Saison mit einem grossen Höhepunkt abgeschlossen wird. In den ungeraden Jahren übernimmt die WM diese Rolle, in den geraden Jahren - auch wenn es ein Olympiajahr ist - avanciert die Ultimate zum Saisonfinale. Wo die nächste Austragung 2028 stattfinden wird, ist noch offen. Die Olympischen Spiele werden dann Ende Juli in Los Angeles über die Bühne gehen.

Damit kommt allerdings ein weiterer hochklassiger Wettkampf in einen dicht gefüllten Kalender. Als Angriff auf die Diamond League versteht Andreas Hediger, Co-Direktor von Weltklasse Zürich, das neue Format dennoch nicht. Er gehe davon aus, dass die Athletinnen und Athleten wegen des neuen Formats nicht auf andere Meetings verzichten, sondern ihre Saison verlängern würden, sagte er gegenüber SRF. Budapest wäre damit kein Ersatz für bestehende Grossanlässe, sondern ein zusätzlicher Höhepunkt am Ende des Leichtathletik-Jahres.

Acht Schweizer sind dabei

Auch aus Schweizer Sicht ist das Experiment hochkarätig besetzt. Fünf Athletinnen und drei Athleten von Swiss Athletics gehören zum exklusiven Teilnehmerfeld. Audrey Werro über 800 m, Ehammer im Weitsprung, Angelica Moser im Stabhochsprung und Jason Joseph über 110 m Hürden treten mit Podestchancen an. Dazu kommen Timothé Mumenthaler und Fabienne Hoenke über 200 m sowie Veronica Vancardo und Valentina Rosamilia über 800 m.

Besonders interessant ist der Auftritt von Werro. Sie gehört auch aus internationaler Sicht zu den meistbeachteten Athletinnen. Die Freiburgerin ist in dieser Freiluftsaison noch ungeschlagen. Setzt sie ihre Siegesserie auch beim letzten grossen Kräftemessen des Jahres fort, kommen neben 150'000 Dollar Preisgeld viel Prestige dazu.

Werro muss dafür im Gegensatz zu Ehammer und Moser zunächst eine Runde überstehen. Am Freitag bestreitet sie den Halbfinal über 800 m, der Final findet am Samstag statt. Ehammer steigt am Freitag direkt in den Weitsprung-Final ein, Moser am Samstag in den Stabhochsprung-Final. Die 110 m Hürden mit Halbfinal und Final stehen am Freitag im Programm, die 200 m der Männer und Frauen mit Halbfinals und Final am Sonntag.

Nach der dreitägigen Premiere wird sich anhand diverser Auswertungen zeigen, ob sich die neue Idee halten kann: exklusive Felder, viel Preisgeld und möglichst wenig Leerlauf fürs TV-Publikum.

Zurück

Kommentare (0)

    Schreibe einen Kommentar
    ×

    Name ist erforderlich!

    Geben Sie einen gültigen Namen ein

    Gültige E-Mail ist erforderlich!

    Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

    Kommentar ist erforderlich!

    * Diese Felder sind erforderlich.