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Leonie Hügli muss eine grosse Enttäuschung verarbeiten
Die Schweiz bleibt an der EM in Birmingham am Schlusstag aller Voraussicht nach ohne Medaille. Insbesondere der Trumpf mit Speerwerferin Leonie Hügli sticht nicht.
Léonie Hügli bezahlte an ihrem ersten Grossanlass Lehrgeld und erlebte zugleich ein Auf und Ab der Emotionen: Anfang Jahr konnte sich die 21-Jährige eine EM-Teilnahme noch gar nicht vorstellen. Dann warf sie den Speer über 60 m und startete in Birmingham, wo sie sich in der Qualifikation mit Schweizer Rekord (62,33 m) in die Pole-Position hievte, um im Final dann kolossal zu scheitern.
Der Bernerin missglückte der Wettkampf gründlich. Nie flog der Speer so, wie er sollte. Bloss 54,55 m und Platz 10 kamen zustande. Somit war der Wettkampf bereits nach drei Würfen beendet.
Platz 4 bei der Premiere
In der Mixedstaffel über 4x100 m, einer EM-Premiere, erreichten Daryl Bachmann, Géraldine Di Tizio-Frey, William Reais und Fabienne Hoenke den 4. Rang. 40,87 Sekunden bedeuteten zwar Schweizer Rekord, doch der letzte Wechsel klappte nicht. Er sah ähnlich aus wie jener der Frauen am Samstagabend.
Ob dort die 45 Hundertstel verloren gingen, die zu Bronze von Spaneinen fehlten, lässt sich schwer abschätzen. Amy Hunt holte mit Grossbritannien ihr viertes Gold an dieser EM.
Im Marathon klappt es nicht
Im EM-Marathon vom Sonntagmorgen bleibt die Schweiz klar hinter den Medaillenrängen zurück. Matthias Kyburz wurde 17., Fabienne Schlumpf klassierte sich auf Platz 19.
Obwohl das Streckenprofil mit seinen Steigungen und 90-Grad-Kurven dem ehemaligen Orientierungsläufer entgegenkam, konnte Kyburz nicht mit den Besten mithalten. Der 36-jährige Aargauer verlor auf den acht Runden durch die Innenstadt von Birmingham 2:31 Minuten auf die Siegerzeit. Das angestrebte Ziel, einen Platz in den Top Ten, verpasste er um 1:37 Minuten.
"Ich hatte gehofft, dass noch ein bisschen mehr drinliegen würde", sagte Kyburz gegenüber SRF. Er sei aber nie richtig "ins Fliegen" gekommen. "Und als vorne die Post abgegangen ist, habe ich gemerkt, dass ich nicht die Beine habe, um mitzuhalten."
Der Sieg ging an Amanal Petros, der erstmals Marathon-Europameister wurde. Der Deutsche gewann nach einem fast 20 km langen Sololauf in Meisterschaftsrekordzeit von 2:09:11 Stunden. Silber ging an den Italiener Pietro Riva, Bronze an Gashau Ayale aus Israel.
Schlumpf muss abreissen lassen
Auch Fabienne Schlumpf, die grösste Schweizer Hoffnung bei den Frauen, erwischte keinen guten Tag. Die 35-jährige Zürcherin, deren Vorbereitung unter anderem durch einen Sehnenriss im Oberschenkel im vergangenen Oktober beeinträchtigt worden war, fiel immer weiter zurück und kam mit fast zehn Minuten Rückstand auf die Siegerin ins Ziel. Hinter ihr klassierten sich Fabienne Vonlanthen, Andrea Meier und Samira Schnüriger auf den Plätzen 26, 30 und 33.
Gold holte sich die überlegene Finnin Alisa Vainio, die sich in 2:22:26 Stunden durchsetzte, ebenfalls EM-Rekord. Die WM-Fünfte von 2025 in Tokio lief von Beginn an alleine an der Spitze und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Im Ziel lag sie fast fünf Minuten vor der Ungarin Lili Anna Vindics-Toth. Bronze ging an die Britin Abbie Donnelly.


















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