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Nadja Kälin und Nadine Fähndrich mit Silber-Coup
Nadja Kälin und Nadine Fähndrich gewinnen beim Team-Sprint im Val di Fiemme die Silbermedaille. Das Duo büsst nur 1,4 Sekunden auf Schweden ein, Bronze geht an Deutschland.
Über 9 km in der Skating-Technik, mit je drei Ablösungen zu 1,5 km, bewegten sich Nadja Kälin und Nadine Fähndrich von Beginn an auf Medaillenkurs. Das Schweizer Duo hielt sich konstant in der Spitzengruppe.
Die Bündnerin Kälin, die nach ihrem 4. Rang im Skiathlon gegenüber Anja Weber den Vorzug erhalten hatte, rechtfertigt ihre Nomination eindrücklich. Sie hielt den Kontakt zur Spitze und sorgte dafür, dass ihre Teamkollegin im entscheidenden Moment zuschlagen konnte.
Ein Feuerwerk zum Schluss
Vor der letzten Ablösung lag die Schweiz 11,8 Sekunden zurück, Fähndrich übernahm als Fünfte, Schweden und Finnland hatten sich leicht abgesetzt. Die 30-jährige Luzernerin zündete ein Feuerwerk. Mit kraftvollen Schritten schloss sie zunächst zur Finnin auf, zog vorbei und verkürzte Meter um Meter auch auf die führende Schwedin. Am Ende fehlen lediglich 1,4 Sekunden auf Gold.
"Es ist unglaublich, dass ich das erleben darf", betonte die Zentralschweizerin, die im Einzel-Sprint mit einem Viertelfinal-Out enttäuscht hatte und von ihrer Entourage mental wieder aufgebaut werden musste, im SRF-Interview. Für Fähndrich ist es bereits die dritte Team-Sprint-Medaille an einem Grossanlass. 2021 gewann sie an der WM in Oberstdorf Silber mit Laurien van der Graaff, 2025 folgte in Trondheim WM-Bronze mit Anja Weber.
Für die Schweizer Frauen ist es erst die zweite olympische Medaille im Langlauf. 2002 in Salt Lake City liefen Andrea Huber, Laurence Rochat, Brigitte Albrecht und Natascia Leonardi sensationell zu Bronze. Diesmal kam der Coup nicht aus dem Nichts.
Starke Leistung nicht belohnt
Auch bei den Männern lag etwas überraschend eine Medaille bis zum Schluss in Reichweite. Janik Riebli und Valerio Grond gingen als Aussenseiter ins Rennen, mischten aber von Beginn an vorne mit. Gleich beim Start brach Riebli ein Stock - ein heikler Moment. Doch das Rennen entwickelte sich zunächst taktisch, das Tempo blieb kontrolliert, sodass der Zwischenfall keine Folgen hatte.
Riebli, der die Skating-Technik klar bevorzugt, zeigte sich in der Folge unerwartet stark. Auf seiner dritten und letzten Ablösung hielt er das Schweizer Team im Geschäft und übergab in Schlagdistanz zur Medaille an Grond. Vorne setzte sich Norwegen mit Johannes Hösflot Klaebo und Einar Hedegart entscheidend ab. Klaebo holte sich seine zehnte olympische Goldmedaille und unterstrich seine Ausnahmestellung.
Dahinter entbrannte ein packender Kampf um die weiteren Podestplätze. Grond, der an der WM 2025 in Trondheim die Schweizer Staffel als Schlussläufer zu Silber geführt hatte, kämpfte in der grossen Verfolgergruppe um Bronze. Doch der Amerikaner Gus Schumacher und der Italiener Federico Pellegrino verfügten über die grösseren Reserven. Am Ende fehlte den Schweizern eine einzige Sekunde zum Podest.
Riebli am Sonntag noch krank im Bett
Trotz Platz 4 sendeten sie ein starkes Signal. Riebli und Grond liessen etablierte Nationen wie Schweden, Finnland oder Frankreich hinter sich und bestätigen ihr Potenzial auf höchstem Niveau. "Wir dürfen uns nichts vorwerfen", sagte Riebli. Der Obwaldner lag am Sonntag noch krank im Bett und hatte sich an diesem Tag nicht vorstellen können, am Mittwoch zu starten.
Grond, der im Vorfeld ebenfalls krank war, sagte im SRF-Interview: "Wir waren mega lange dabei und nun ist es mega bitter, bei der Siegerehrung zuschauen zu müssen."



















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