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Keystone-SDA | Freitag, 03. Juli 2026

Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück, Klopp steht bereit

Julian Nagelsmann ist nicht mehr deutscher Bundestrainer. Vier Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinal gegen Paraguay verkündet er seinen Rücktritt. Als Nachfolger steht Jürgen Klopp bereit.

Unmittelbar nach der blamablen 1:2-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Paraguay hatte Nagelsmann einen Rücktritt noch ausgeschlossen. "Ich bin keiner der wegläuft", sagte der 38-Jährige im Stadion in Foxborough in den USA. Nun hat er seinen Entscheid revidiert. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag nahelegt worden sein.

"Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht", erklärte Nagelsmann, der im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten hatte, in einer Mitteilung des Deutschen Fussballbundes DFB. Der Entscheid sei ihm alles andere als leichtgefallen. "Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient."

Klopp in den Startlöchern

Sein Nachfolger steht offenbar bereit. "Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert", liess der DFB verlauten.

Für Klopp wäre es der erste Job als Nationaltrainer. Aktuell arbeitet der frühere Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool als Chefstratege der Fussballabteilung von Red Bull. Derzeit ist der 59-jährige Klopp als Experte für MagentaTV in Nordamerika im Einsatz.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler meinte zu Nagelsmanns Rücktritt: "Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheid unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt." Über die Zukunft von Völler äusserte sich der DFB nicht.

Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig hingegen wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern. Hierüber habe er den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der WM informiert.

Keine Schonfrist für Nagelsmann

Nagelsmann war im September 2023 als Nachfolger von Hansi Flick als "Wunschlösung" von Völler zum DFB gekommen. Nun endete für den frühere Trainer von Hoffenheim, Leipzig und Bayern München auch das zweite Turnier als DFB-Chefcoach ohne den erhofften Erfolg. An der Heim-EM vor zwei Jahren war er mit seinem Team in den Viertelfinals unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung am späteren Europameister Spanien gescheitert.

Wie beim Vorrunden-Aus 2018 in Russland und 2022 in Katar verpasste Deutschland beim XXL-Turnier mit erstmals 48 Mannschaften in Amerika zum dritten Mal nacheinander die Runde der besten 16 Teams. Nagelsmann war mit dem erklärten Ziel angereist, die Nationalmannschaft bestmöglich zum Titel zu führen.

Anders als seine Vorgänger wird ihm eine enttäuschende WM-Kampagne nun direkt zum Verhängnis. Nach dem WM-Aus 2018 durfte Joachim Löw noch bis zur EM 2021 weitermachen, nach dem Vorrunden-Aus 2022 in Katar erhielt auch Hansi Flick zunächst weitere Spiele.

Das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft nach der WM findet am 24. September in den Niederlanden zum Start in die Nations League statt. Weitere Gruppengegner bis zum Jahresende sind Griechenland und Serbien.

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