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Keystone-SDA | Freitag, 26. Juni 2026

Plock/Brunner visieren beim Heim-Weltcup auf dem Rotsee an

Jonah Plock und Patrick Brunner überwinden auf ihrem Weg an die Spitze viele Widerstände. Ab Freitag wollen sie am Heim-Weltcup auf dem Luzerner Rotsee überzeugen.

Resilienz, also Widerstandsfähigkeit, zählt zu den wichtigsten Eigenschaften im Spitzensport. Auch deshalb schaffen es viele frühe Top-Talente nicht ganz nach oben: Sie haben nie gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Bei Jonah Plock und Patrick Brunner, WM-Dritte im Zweier ohne, ist das Gegenteil der Fall.

Plock nahm nie an U23-Weltmeisterschaften teil. "Im ersten Jahr merkte ich früh, dass es dafür nicht reicht", erzählt der Athlet des Ruderclub Rapperswil-Jona im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. "Ich fing damals mit meinem Studium (Jus) an, dann war alles zu viel." Er ruderte zwar im Verein weiter, trainierte aber nicht auf internationalem Niveau.

Rasanter Aufstieg nach erster Elite-WM

Dennoch stellte sich Plock nie die Sinnfrage. Für ihn war klar, dass er weitermacht, doch setzte er sich mit dem Warum auseinander. Die Antwort erhielt er 2022, als er im Alter von 24 Jahren erstmals an einer Elite-WM teilnahm, nachdem er während der Corona-Zeit zu Hause auf dem Velo ein Trainingsvolumen wie nie zuvor absolviert hatte. Zwar schaute im Zweier ohne zusammen mit Maurin Lange nicht mehr als der Sieg im C-Final heraus, doch als er den A-Final von der Tribüne aus sah, riss ihn das enorm mit; er wusste, dass er weitere Weltmeisterschaften erleben möchte.

Danach ging es rasant aufwärts. An der WM 2023 qualifizierte er sich mit dem Doppelvierer für die Olympischen Spiele im darauffolgenden Jahr in Paris, wo der 6. Rang herausschaute. Zuvor gewann er in diesem Boot EM-Silber. "Ich hatte die Freiheit, nichts zu verlieren, aber gleichzeitig alles zu gewinnen, weil ich Rennen fahren und mit Leuten rudern kann, die ich seit Jahren kenne", sagt Plock. "Vielleicht war es auch gut, dass ich darauf vertraut habe: Wenn ich das mache, was ich für richtig halte, kommt es irgendwie gut."

Brunner hielt Freude beim Rudern

Patrick Brunner hatte insbesondere auf Junioren-Level zu kämpfen. "Während andere aus dem Kader bei U15, U17 und U19 Medaillen an den Schweizer Meisterschaften sammelten, gewann ich eigentlich nichts. Ich hatte Freude am Rudern, deshalb blieb ich dran. Ich war dann aber schon an einem Punkt, an dem ich dachte: Schon wieder eine Saison, die nicht so lief, wie sie sollte", sagt der 25-Jährige aus dem Seeclub Sempach.

2018 durfte Brunner erstmals an einer Junioren-WM starten. Danach gab es in seiner Karriere keine wirklich grosse Zäsur mehr. Allerdings stand er an einer WM - egal ob bei den Junioren, der U23- oder der Elite-Kategorie - erst einmal im A-Final, und zwar im vergangenen Jahr beim Gewinn der Bronzemedaille mit Jonah Plock.

Gelassenheit als Schlüssel

Dieser Erfolg ist umso höher einzustufen, als die beiden 2025 ihre erste Saison zusammen im Zweier ohne bestritten. Warum lief es gleich so gut? Sie hätten sich sehr entspannt auf das Projekt eingelassen. "Wir machten uns keine Gedanken darüber, was es für ein Resultat geben könnte, sondern begannen einfach Tag für Tag zu arbeiten", erklärt Plock.

Brunner ergänzt: "Wir nehmen nicht alles allzu ernst und haben die gleiche Vorstellung, wie wir das Boot schnell machen wollen - beide setzen auf Länge. Dass wir Schritt für Schritt gehen, diese Geduld und Gelassenheit haben sich ausbezahlt." Zudem passe es auch menschlich sehr gut. "Wir geben uns neben dem Boot die Freiräume, die wir brauchen, verbringen aber auch gerne viel Zeit miteinander."

Rang 6 beim Saisonauftakt

Bei der ersten Regatta dieser Saison im Weltcup in Sevilla mussten sich Brunner/Plock mit dem 6. Platz begnügen. Sie blieben im A-Final chancenlos, was auch der Tatsache geschuldet war, dass Brunner dort mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte. Allerdings hatten sich schon im Vorlauf und im Halbfinal rudertechnische Fehler eingeschlichen. "Wir merkten, dass es das erste Rennen der Saison ist", sagt Brunner. "Nun haben wir spezifisch trainiert, um aggressiver zu fahren." Schon kleine Verbesserungen könnten eine grosse Wirkung haben.

Das Ziel am Heim-Weltcup auf dem Rotsee ist selbstredend ein Podestplatz. Ein solcher ist sicher möglich, wenn die beiden ihr Potenzial abrufen - auch dank der aufgebauten Resilienz.

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