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Keystone-SDA | Donnerstag, 16. Juli 2026

Pogacar nimmt Djokovic als Vorbild bezüglich mentale Stärke

Tadej Pogacar beherrscht seit Jahren den Radsport. Das gefällt nicht jedem Fan am Strassenrand. Der Weltmeister aus Slowenien nimmt es gelassen.

Lance Armstrong hat es einst erlebt, auch Chris Froome musste sich mit Anfeindungen auseinandersetzen - und plötzlich gibt es auch Buhrufe für Dominator Tadej Pogacar bei der Tour de France. Hatte der Slowene mit seiner spektakulären Fahrweise und seiner lockeren Art bislang die Radsport-Fans begeistert, scheint seine grosse Dominanz so manchen Zuschauer am Strassenrand zu stören. Auch "UAE Mafia" war auf Spruchbändern bereits zu lesen.

Djokovic als Inspiration

Pogacar nahm die neue Erfahrung gelassen hin. "Ich denke dabei immer an Tennis - an Novak Djokovic und seine mentale Stärke, die er hat. Er hatte in dieser Hinsicht eine der schwierigsten Karrieren und musste viele Pfiffe ertragen, manchmal ohne ersichtlichen Grund, obwohl er einer der Grössten aller Zeiten ist. Wenn mich also jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren", sagte der Weltmeister.

Pogacar hat in den letzten Jahren den Radsport dominiert, wie vor ihm wohl nur Eddy Merckx. Vier Gesamtsiege bei der Tour, 24 Etappensiege, zwei Weltmeister-Titel und auch bei den Klassikern lässt der Ausnahmekönner seinen Rivalen kaum mehr etwas übrig. Auch die Tour 2026 scheint bereits vor den grossen Alpenetappen entschieden zu sein. Bei der Frankreich-Rundfahrt hat letztmals Froome mit vier Siegen in fünf Jahren ähnlich dominiert. Armstrong wurden einst die sieben Siege in Serie wegen Dopings nachträglich aberkannt. Beide erlebten auch unangenehme Erfahrungen am Strassenrand.

Anfeindungen gegen Van der Poel beim Cross

Noch weitaus grössere Anfeindungen musste in der Vergangenheit Mathieu van der Poel vor allem bei Cross-Rennen in Belgien über sich ergehen lassen. Dass der Niederländer die belgische Domäne derart beherrscht, können einige Fans nur schwer ertragen. Van der Poel wurde gar schon mit Bier oder Urin beworfen.

Die Anhängerschaft von Pogacar ist am Strassenrand indes deutlich in der Überzahl. "99 Prozent der Leute feuern alle an. Radsport-Fans sind die besten im gesamten Sport", betonte der 27-jährige Slowene und fügte hinzu: "Wenn mich jemand ausbuht oder irgendjemand anderen, dann buht er eigentlich das gesamte Peloton aus, weil man gar nicht genau sagen kann, wem es gilt. Wir fahren ja alle gemeinsam vorbei."

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