Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Razzien bei türkischen Schiedsrichtern
Nach Razzien beim türkischen Schiedsrichterausschuss stehen führende Persönlichkeiten im Fokus. Die Vorwürfe umfassen unter anderem "Urkundenfälschung" und "Misshandlung".
Bei Razzien im türkischen Fussball sind der Vorsitzende des zentralen Schiedsrichterausschusses MHK, Ferhat Gündogdu, und sechs weitere Verantwortliche festgenommen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, waren zuvor Ermittlungen wegen des Verdachts von "Misshandlung", "Urkundenfälschung", "Vertrauensmissbrauch" und "rechtswidriger Erlangung personenbezogener Daten" eingeleitet worden. Zuständig ist die Abteilung für illegale Wetten und Sportkriminalität der Staatsanwaltschaft Istanbul.
Der MHK ist das Gremium des türkischen Fussballverbands, das Schiedsrichter für Ligaspiele einstuft, einsetzt und deren Leistung bewertet. Ihre Entscheide stehen seit langem im Fokus der türkischen Vereine und Fans, die die Schiedsrichterbesetzungen häufig in Frage stellen. Ein Zusammenhang zum Skandal im türkischen Fussball wegen der Vorwürfe illegaler Sportwetten gegen Schiedsrichter, Spieler und Vereinsfunktionäre besteht ersten Erkenntnissen zufolge nicht.Bei den Durchsuchungen in vier türkischen Provinzen, darunter Istanbul und Ankara, wurden zahlreiche Akten beschlagnahmt. Anadolu berichtet, dass darin Prüfungsunterlagen sowie Einnahmen-Überschuss-Rechnungen aufbewahrt worden seien. Unter den Festgenommenen ist auch der Vorsitzende des Verbandes der aktiven Schiedsrichter der Türkischen Fussballföderation, Ferdi Karadoruk.
Justizminister Akin Gürlek erklärte auf der Plattform X, es werde untersucht, ob in Prozesse zur Bildung von Schiedsrichterklassen, zur Einsatzzuweisung, zur Punktevergabe, zur Ernennung sowie in die Regelprüfungen eingegriffen worden sei. Die Razzien seien auf Grundlage von Aussagen von Beschwerdeführern und Zeugen, Gutachten sowie Kommunikationsdaten und Finanzberichten durchgeführt worden. Vorwürfe, die das Vertrauen in den türkischen Fussball untergraben, würden aufgeklärt und die Verantwortlichen vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden, schrieb Gürlek.

















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar