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Keystone-SDA | Sonntag, 10. Mai 2026

Real Madrid versinkt vor Clásico im Chaos

Fan-Frust und Ärger um eine Eskapade von Superstar Mbappé. Nach zwei Saisons ohne Titel wird Real Madrid immer mehr zum Chaos-Klub. Und nun geht es zum Erzrivalen, der erneut Meister werden kann.

Auf dem Platz gab es Beschimpfungen und böse Blicke. Der Zoff zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni, der am Donnerstag laut Medienberichten mit Handgreiflichkeiten in der Garderobe eskalierte, ist bei Real Madrid nur der jüngste in einer Serie von schwerwiegenden Zwischenfällen. "Bei Real brennt es lichterloh", titelte die Zeitung "Mundo Deportivo" - und das ausgerechnet kurz vor dem Clasico beim designierten Meister FC Barcelona.

Bei elf Punkten Rückstand vier Runden vor Schluss sind die Chancen der Königlichen, die Katalanen einzufangen, nur noch theoretischer Art. Am Sonntagabend steht aus Sicht der Madrilenen trotzdem viel auf dem Spiel. Der Erzrivale könnte sich daheim im Camp Nou den zweiten Meistertitel in Folge sichern - und die Gäste als unfreiwillige Statisten der grossen Party demütigen. Das fehlt Real gerade noch.

Mbappés Ferien auf Sardinien

Denn nach zwei Saisons ohne einen Titel liegen die Nerven beim spanischen Rekordmeister offenbar blank. Im Mittelpunkt der Unruhe steht inzwischen kein Geringerer als Superstar Kylian Mbappé, dessen Einsatz gegen Barcelona wegen einer Verletzung fraglich ist. Der Franzose sorgte zuletzt für Ärger, nicht nur bei den Fans. Auslöser waren Kurzferien mit der bekannten Schauspielerin Ester Exposito auf Sardinien während seiner Reha.

Das Verhältnis Mbappés - und anderer Franzosen im Kader wie Tchouaméni, Eduardo Camavinga und Ferland Mendy - zu Teilen der Mannschaft gilt als schwer belastet. Medien stellen fest, dass Sturmkollege Vinicius Junior nur dann glänze, wenn Mbappé nicht mit von der Partie sei. Auch (sehr) viele Fans scheinen inzwischen davon überzeugt, dass man ohne den Weltmeister von 2018 trotz der bisher 41 Saisontore Mbappés besser dran wäre.

Als jüngster Beweis gilt ihnen, dass Paris Saint-Germain nach dem Weggang des Stürmerstars vor zwei Jahren erstmals die Champions League gewann und nun gegen Arsenal wieder im Final der Königsklasse steht. Die Online-Kampagne "Mbappé Out" sammelt Stimmen gegen ihn, technisch sind Mehrfachabstimmungen dabei allerdings nicht ausgeschlossen.

Kommt der Retter aus dem Nachbarland Portugal?

Hinter den Kulissen soll die Suche nach einem neuen Trainer als Nachfolger für Alvaro Arbeloa an Fahrt aufnehmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Klubpräsident Florentino Pérez seinem engen Freund José Mourinho per Video ein erstes Angebot unterbreitet haben.

Der Portugiese, aktuell Trainer von Benfica Lissabon, soll nicht nein gesagt, für seine Rückkehr nach Madrid nach dem ersten Engagement zwischen 2010 und 2013 aber mehrere Bedingungen gestellt haben. Unter anderem wolle er völlig freie Hand bei Personalentscheiden haben, berichteten die spanische Sportzeitung "AS" und andere Medien. Mourinho seinerseits schwor indes in der vorigen Woche: "Niemand von Real Madrid hat mit mir gesprochen, das kann ich garantieren." Arbeloas Vorgänger Xabi Alonso hatte nach einem öffentlichen Zwist mit Vinicius und Problemen mit anderen Profis wie Valverde den Kürzeren gezogen.

Grosse Trainernamen, aber kaum Chancen

Zu den gehandelten Namen zählen neben Mourinho unter anderen die aktuellen Nationaltrainer Didier Deschamps (Frankreich) und Mauricio Pochettino (USA) sowie auch Jürgen Klopp. Der derzeitige Fussball-Chef von Red Bull wies Ende März alle Spekulationen über eine Rückkehr auf die Trainerbank, sei es als Bundestrainer, sei es als Coach von Real oder einem anderen Verein, jedoch entschieden zurück. Das hätten alles "die gleichen Deppen geschrieben", so Klopp.

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