Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Schweizer Bevölkerung schätzt Gesundheitsrisiken zu tief ein
Die Schweiz hält sich für gesünder, als sie ist. Ob Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Demenz - Schweizerinnen und Schweizer schätzen ihr persönliches Erkrankungsrisiko systematisch zu tief ein.
Dies geht aus der von der Krankenversicherung Sanitas finanzierten "Health Forecast"-Studie hervor. Sie zeigt ein auffälliges Muster: Die Bevölkerung ist sich schwerer Krankheiten zwar bewusst, hält sich persönlich aber oft für weniger gefährdet als Gleichaltrige gleichen Geschlechts.
Besonders deutlich zeigt sich diese Sorglosigkeit bei Diabetes und Demenz. Nur 16 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr persönliches Risiko für Typ-2-Diabetes über dem Durchschnitt liegt. Dabei liegt das Lebenszeitrisiko laut dem Health Forecast in Industrienationen bei bis zu 40 Prozent. Bei Demenz sind es sogar nur 13 Prozent. Auch bei Krebs sieht sich lediglich gut jede fünfte Person stärker gefährdet.
Auch Herzleiden werden unterschätzt
Am ehesten erkennen Schweizerinnen und Schweizer ein erhöhtes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 28 Prozent halten ihr persönliches Risiko für überdurchschnittlich.
Unterschiede zeigen sich auch zwischen Männern und Frauen. Beim Krebsrisiko sind Frauen vorsichtiger: 24 Prozent schätzen ihr Risiko als überdurchschnittlich ein, bei den Männern sind es 18 Prozent. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es umgekehrt: Hier sehen sich 31 Prozent der Männer stärker gefährdet, gegenüber 25 Prozent der Frauen.
Befragt wurden für den Health-Forecast rund 2500 Personen zwischen 18 und 74 in der ganzen Schweiz. Die Studienergebnisse flossen in das Buch mit dem Titel "Health Forecast - Gewappnet für die Zukunft" ein, das am Dienstag erscheint.

















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